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Udo rockt gegen rechte Gewalt

Der Aufstand der Anständigen geht weiter. Udo Lindenberg und Freunde rocken in Jena gegen rechte Gewalt.

Rock´n Roll Arena in Jena: Am kommenden Freitag, den 2. Dezember, laden Udo Lindenberg und Freunde in der thüringischen Universitätsstadt zu einem (spontanen) Solidaritätskonzert gegen braunen Terror. Umsonst und draussen werden neben Lindenbergs Panikorchester Peter Maffay, Jule Neigel und Silly auftreten. Weitere Gäste werden erwartet, dauernd kommen neue Zusagen.

Vor zehn Jahren hatten Lindenberg und seine Künstlerinitiative gegen rechte Gewalt zuletzt auf der Bühne gestanden, um Gelder für die stern-Kampagne „Mut gegen rechte Gewalt“ einzuspielen. Damals feierten über 20.000 Besucher die Auftritte von Ingo Appelt, Xavier Naidoo und „Söhne Mannheims“, Nena, Nina Hagen, City, Knorkator, Ben Becker, Heinz Rudolf Kunze und anderen. Durch die stern-Kampagne kamen über 1,5 Millionen Euro zusammen, um Initiativen der Berliner Amadeu Antonio Stiftung für Opfer rechter Gewalt zu unterstützen. Und vor allem das mittlerweile international renommierte Neonazi-Aussteigerprojekt „Exit“ aufzubauen. Bis heute haben die Mitarbeiter um den Rechtsextremismus-Experten Bernd Wagner über 400 Rechtsradikalen, darunter vielen Kadern, den Weg aus der Szene erleichtert. „Diese Arbeit muss gerade jetzt weitergehen“, sagt Lindenberg, dessen hochgelobtes „Unplugged“-Album gerade die Charts anführt. Udo Lindenberg: „Niemand wird uns unsere Bunte Republik in ein schräges Licht bringen, es muss endlich Schluss sein mit dem Nazi-Terror.“

Dass es nun, wenige Wochen nach der Aufdeckung von neun rechtsextrem motivierten Morden, zu dem Konzert kommt, liegt auch an einer Initiative des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Der ehemalige „Pop-Beauftragte“ der Sozialdemokraten hatte bereits als Jungsozialist „Rock gegen Rechts“-Konzerte organisiert.

Udo Lindenberg bleibt, wieder einmal, der Verdienst, bundesweit Musiker und Künstler spontan bewegen zu können, sich zu engagieren. In Jena wird es, Wochen nach den ersten Meldungen über die rechtsterroristische Mordserie, zu der bundesweit ersten großen Demonstration gegen Neonazis kommen. Die Veranstalter, zu denen auch die Stadt zählt, rechnen mit über 60.000 Gästen. Udo Lindenberg erhofft sich von dem Konzert in Thüringen ein starkes Signal für noch mehr Engagement. „Ich will vor allem auch die vielen jungen Leute ermutigen, die sich in Dörfern und Städten für unsere Demokratie einsetzen“, sagt der Altrocker. „Für mich sind das die wahren Verfassungsschützer. Wir müssen denen immer wieder sagen, wie sehr wir ihre Arbeit schätzen. Vor ihnen ziehe ich meinen Hut.“

Das Open-Air-Konzert findet ab 16 Uhr in der Oberaue in Jena statt. Im Rahmenprogramm werden Jugendliche aus Demokratie-Initiativen über ihre Arbeit und die Situation vor Ort berichten.
Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die stern-Initiative „Mut gegen rechte Gewalt“ wird gebeten.

Mehr Informationen:
Udo Lindenberg hat im Rahmen der ersten „Rock gegen rechte Gewalt“-Tournee einen „Brief an die Nazis“ geschrieben. Hier der Wortlaut: www.stern.de/politik/deutschland/brief-an-die-nazis-es-ist-zum-kotzen--502513.html

Udo Lindenberg von Sven Sindt, c