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Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle

Die gemeinsame Chronik der Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL dokumentiert Übergriffe auf und Demonstrationen gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte. Die Datengrundlage der Chronik sind öffentlich zugängliche Berichte in Zeitungsartikeln, Pressemitteilungen der Polizei sowie Meldungen lokaler und regionaler Register- und Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

Die Dokumentation unterscheidet folgende Vorfälle bzw. Arten von Übergriffen:

- Brandanschläge auf (bewohnte/ geplante/ im Bau befindliche) Asylunterkünfte oder Wohnungen von Geflüchteten

- "Sonstige Angriffe" (z.B. Böller- oder Steinwürfe, mutwillige Wasserschäden, rechte Schmierereien etc.)

- Körperverletzungen und die Zahl der Verletzten [1]

- Kundgebungen und Demonstrationen [2]

Einzelne Fälle tauchen in mehreren Kategorien auf, etwa wenn aus einer Demonstration heraus zu Angriffen auf Geflüchtete kommt.

Hier geht es zur Karte flüchtlingsfeindlicher Vorfälle:

[1] Tätliche Übergriffe/ Körperverletzungen werden in dieser Dokumentation nur dann aufgenommen, wenn der Status der Betroffenen als Geflüchtete bestätigt ist. Das Ausmaß an rassistischen und rechtsmotivierten Angriffen ist jedoch um ein Vielfaches höher und wird in dieser Chronik nicht erfasst. Auch können Übergriffe, die jenseits der angegebenen Kategorien verübt werden, unabhängig ihrer Schwere zwar unter Umständen im Text erwähnt, nicht jedoch in die entsprechende Zählung der Chronik einbezogen werden. Darunter fallen z.B. Übergriffe auf Unterstützer_innen von Geflüchteten. In beiden Fällen geben die Chroniken verschiedener Beratungsstellen Auskunft:

→ Übersicht Beratungsstellen: http://www.opferfonds-cura.de/hilfe-fuer-betroffene/beratungsstellen
→ Webseite des Bundesverbands der Beratungsstellen: https://www.verband-brg.de/
→ Chronik rechter Übergriffe von netz-gegen-nazis: http://www.netz-gegen-nazis.de/category/lexikon/chronik

[2] Rechte Demonstrationen und Kundgebungen gegen die Unterbringung oder allgemein gegen die Aufnahme von Geflüchteten können aufgrund des aktuellen Ausmaßes nicht vollständig in der Chronik abgedeckt werden. Auch hier sind die realen Zahlen weitaus höher als in der Chronik abgebildet. Die Chronik beschränkt sich seit Januar 2016 auf Demonstrationen, bei denen es zu justiziablen Vorfällen kam (nicht angemeldet, Volksverhetzung, Angriffe auf Gegendemonstrant_innen, Presse, Polizei etc.).

Zuletzt aktualisiert: 22.02.2023

Angriffe auf Asylsuchende und ihre Unterkünfte: 188

  • Davon tätliche Übergriffe auf Asylsuchende (Körperverletzung): 188
  • Davon Brandanschläge auf Unterkünfte: 0
  • Davon sonstige Angriffe auf Unterkünfte und Asylsuchende (Stein-/Böllerwürfe, Schüsse, rechte Schmierereien, Bedrohungen etc.): 0

Ergänzende Verdachtsfälle außerhalb der Zählung: 0

Verletzte Asylsuchende (durch Brandanschläge, tätliche Übergriffe etc.): 244

Demonstrationen/ Kundgebungen²: 0

Freiberg
Sachsen
Quelle: 

Tagessschau
eigene Recherche

Bei der Ankunft von Asylsuchenden am Bahnhof in Freiberg kam es am Sonntagabend zu gewaltsamen Ausschreitungen. Im Laufe des Tages hatten verschiedene lokale Gruppierungen, die sich gegen Asylsuchende richten, darunter "Freigida" ("Freiberg gegen die Islamisierung des Abendlandes") sowie ähnlich orientierte Gruppen aus der Region, etwa die "Initiative Heimatschutz Meißen", über soziale Netzwerke zu spontanem Protest aufgerufen und gegen die Asylsuchenden gehetzt. Im Laufe des Abends versammelten sich bis zu 400 Menschen, die gegen die Asylsuchenden Stimmung machten, darunter auch gewaltbereite Anhänger der militanten Neonazi-Szene. Dass die Asylsuchenden am Bahnhof in Freiberg lediglich in Busse umstiegen und von dort aus an andere Orte in Sachsen gefahren wurden, war den meisten Demonstrierenden offenbar egal. Einige gewaltbereite Männer versuchten immer wieder mit Sitzblockaden die Abfahrt der Busse zu verhindern. Die Polizei musste die aggressiv auftretenden Personen zurückdrängen. Einige Personen warfen mit Bierdosen und Lebensmitteln. In der Umgebung des Bahnhofs explodierten mehrfach Böller. Auch "Ausländer raus"-Rufe waren immer wieder zu hören. Die Angriffe richteten sich gegen die Asylsuchenden, aber auch gegen die Polizei sowie gegen Angestellte und Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes. Drei Beamte wurden bei den Krawallen verletzt. Auch als die ersten Busse den Bahnhofsbereich unter Polizeischutz verlassen konnten, wurden diese aus fahrenden Autos mit Gegenständen beworfen. Insgesamt wurden im Verlauf des Abends acht Strafanzeigen gestellt.

1Verletzte_r
Merseburg
Sachsen-Anhalt

Am frühen Abend wartet ein 20-jähriger Geflüchteter aus Guinea-Bissau auf dem Bahnhofsvorplatz auf einen Zug, als zwei ihm unbekannte Männer ihn aggressiv anschreien. Kurz darauf wirft einer der beiden alkoholisierten 26-jährigen Männer eine Glasflasche in Richtung des Betroffenen. Die Flasche trifft den 20-Jährigen. Dadurch erleidet er Prellungen am Oberarm. Zeug_innen können daraufhin die Polizei rufen, die noch am Bahnhof die zwei Tatverdächtige feststellen kann. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

1Verletzte_r
Ellwangen
Baden-Württemberg

In Ellwangen wurde ein 53-Jähriger Asylsuchender auf dem Marktplatz vermutlich von einer Luftdruckwaffe am Kopf getroffen und verletzt. Womöglich gibt es sogar ein zweites Opfer, das zurzeit ebenfalls in der örtlichen Landeserstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende lebt, so die Polizei. Ein rassistisches Motiv könne zwar nicht ausschließen gwerden, vielmehr sei die Tat aber im Zusammenhang mit ähnlichen Fällen aus dem Jahr 2013 zu sehen, so ein Polizeisprecher.

2 Verletzte
Sachsendorf, Cottbus
Brandenburg
Quelle: 

rbb
 

Der rbb berichtet über mehrere Übergriffe auf Asylsuchende in Cottbus-Sachsendorf im Anschluss an eine rechte Demo. Zwei Geflüchtete aus Syrien sollen vor einem Supermarkt von einer Gruppe tätlich angegriffen und verletzt worden sein. Zuvor sei einer der beiden Geschädigten auf der Straße von Unbekannten mit folgenden Worten bedroht worden: "Du sollst einfach weg von hier, ansonsten bist Du tot." Außerdem machten Rechte Jagd auf Studierende.
 

Cottbus
Brandenburg

Eine Gruppe Rechter pöbelt in einem Bus vier Männer aus Eritrea an und beleidigt sie rassistisch. Als sie den Bus verlassen, verfolgen die Angreifer sie. In der Nähe befinden sich weitere Rechte, die nun ebenfalls Jagd auf die Eritreer macht. Sie werfen mit Flaschen nach ihren Opfern. Den Angegriffenen gelingt unverletzt die Flucht. 

1Verletzte_r
Merseburg
Sachsen-Anhalt
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

1Verletzte_r
Hannover
Niedersachsen

Ein Mann hat sich am Sonntagabend als Polizist ausgegeben und Menschen attackiert. Gegen 22.15 Uhr sprach der Mann meherer Gruppen auf dem Platz in der Oststadt an und leuchtete die Passanten mit einer Taschenlampe an. Unter anderem sprach er zwei junge Männer an, einen 18-jährigen Asylsuchenden und dessen Begleitung. Er gab sich als Polizist aus und verlangte die Ausweise. Als einer der beiden den Täter nach seinem Dienstausweis fragte, zog dieser eine Dose mit Pfefferspray und sprühte damit den beiden Opfern ins Gesicht. Zwei 16- und 17-jährige Jugendliche hatten den Vorfall beobachtet und wollten den Angreifer zur Rede stellen. Der Unbekannte griff wieder zum Pfefferspray und flüchtete anschließend zu Fuß in Richtung Hauptbahnhof. Der 16-Jährige und der Flüchtling wurden bei der Attacke leicht verletzt.

Hellersdorf, Berlin
Berlin
Quelle: 

Ein 21-Jähriger hat an der Asylunterkunft in der Carola-Neher-Straße Kinder rassistisch beleidigt und mit Steinen beworfen. Anschließend verletzte er einen Wachmann mit einer Flasche.

1Verletzte_r
Rostock
Mecklenburg-Vorpommern

Ein aus Tschetschenien geflüchteter Mann wird von vier Personen rassistisch beleidigt. Dann schlagen die Rechten auf ihn ein, so dass er zu Boden fällt. Im Anschluss treten die Angreifer auf den am Boden Liegenden ein.

3 Verletzte
Markersdorf, Chemnitz
Sachsen
Quelle: 

In Chemnitz-Markersdorf, wo seit Tagen gegen eine geplante Asylunterkunft demonstriert wird, eskalierte die Situation am Wochenende erneut. Unbekannte warfen Steine auf eine Kirche, in der ein Teil der Asylsuchenden Schutz gefunden hatte. Mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Eine Mutter und zwei Kinder wurden durch Glassplitter verletzt.
Zuvor griffen Neonazis eine Gruppe von Menschen an, die sich in Solidarität mit den Asylsuchenden schützend vor die Unterkunft gestellt hatten. Auch hierbei wurden zwei Menschen leicht verletzt.

1Verletzte_r
Köln
Nordrhein-Westfalen
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

1Verletzte_r
Neubrandenburg
Mecklenburg-Vorpommern

Ein Unbekannter schlug einem Asylsuchenden aus dem Iran auf der offenen Straße ins Gesicht. Der Täter, der sich in Begleitung einer Frau befand, gab laut Polizei an, "keine Ausländer zu mögen". Der Geschädigte wurde leicht im Gesicht verletzt. Der Täter konnte nicht gestellt werden.

4 Verletzte
Stralsund
Mecklenburg-Vorpommern
Quelle: 

In Stralsund hat ein Mann vier geflüchteten Frauen ins Gesicht geschlagen. Der Täter betrat am Nachmittag ein Textilgeschäft, laut Polizei, um dort zu betteln. Als er die vier Frauen sah, schlug er ihnen ins Gesicht.

1Verletzte_r
Rudolstadt
Thüringen

Ein jugendlicher Asylsuchender aus Syrien hielt sich am Mittwoch mit zwei ebenfalls jugendlichen Begleitern in einem Park in Rudolstadt auf. Laut Polizei betrat "eine weitere größere Gruppe" den Park und unterhielt sich in Hörweite der drei Jugendlichen. Aus der hinzugekommenen Gruppe sollen rassistische Bemerkungen gefallen sein. Schließlich näherten sie zwei Jugendliche dem syrischen Jungen und seinen Begleitern. Sie beschimpften ihn und einer der beiden packte ihn am Kragen. In der Folge kam es laut Polizei "zu einer Rangelei", wobei der syrische Jugendliche leicht verletzt wurde.

1Verletzte_r
Schneeberg
Sachsen
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

1Verletzte_r
Friedeburg
Niedersachsen
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

1Verletzte_r
München
Bayern
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

Krölpa
Thüringen

In der Nacht zum Samstag kurz nach Mitternacht sprach ein 19-jähriger Asylsuchender aus Afghanistan einen 28-Jährigen an und bat um eine Mitfahrgelegeneheit. Stattdessen rief der 28-Jährige per Telefon drei Bekannte hinzu. Als diese eintrafen, gingen sie den Asylsuchenden an, woraufhin dieser die Flucht ergirff. Die Angreifer warfen ihm eine Bierflasche hinterher, die jedoch ihr Ziel verfehlte. Der 19-Jährige versteckte sich dann auf einem Grundstück, dessen Besitzer die Polizei alamierte. „Es konnten im weiteren Verlauf vier Personen er­mittelt und Spuren des Angriffes gesichert werden“, so die Polizei, die hinter der Tat ein rassistisches Motiv vermutet. Der 19-Jährige blieb letztlich unverletzt. Die Kripo ermittele nun wegen des Verdachts der ver­suchten gefährlichen Körperverletzung.

2 Verletzte
Angermünde
Brandenburg
Quelle: 

Geflüchtete berichteten gegenrede.info, dass sie am Bahnhof angegriffen und verletzt worden seien. Die Polizei habe den den Vorfall auf Nachfrage bestätigt. Demnach sollen zwei Männer, zwei Frauen und drei Kinder von fünf bis sechs Personen angegriffen worden sein. Zwei Männer sollen dabei an Fußknöcheln und Armen Verletzungen davongetragen haben und im Schwedter Krankenhaus ambulant behandelt worden sein. Nach Informationen von gegenrede.info soll es sich bei den Angreifern um Herta BSC-Fans aus Angermünde gehandelt haben. Die Tatzeit kurz nach 21:30 Uhr und die später von der Polizei festgestellten Alkoholwerte zwischen 1,4 und 2,6 Promille deuteten darauf hin, dass die Männer siegestrunken den Regionalexpress verließen und über die Asylsuchenden hergefielen. Die Polizei spricht von drei möglichen Tätern. Über die Motivation der Angreifer könne man allerdings noch nichts sagen, heißt es bei der Pressestelle der Polizeidirektion Ost. Die Polizisten vor Ort, so die Informationen von gegenrede.info, sollen einen politisch motivierten Tathintergrund allerdings ausgeschlossen haben. Dagegen spricht die Aussage eines Asylsuchende, wonach einer der Angreifer Geflüchtete bereits in der Vergangenheit mehrfach verbal belästigt habe. Dies beginne immer mit dem Spruch "Hey Ausländer", dann fielen Worte, die man nicht verstünde, die aber beleidigend klängen. All dies haben die Polizisten vor Ort nicht hören wollen, so der Informant.

1Verletzte_r
Dresden
Sachsen

Ein 27-jähriger Asylsuchender aus Marokko war mit einem Fahrrad auf der Hauptstraße unterwegs. In der Nähe des Albertplatzes traf er auf den späteren Täter, der in Begleitung einer Frau war. Das Pärchen verwickelte das Opfer in ein kurzes Gespräch, bevor der Mann den Marokaner unvermittelt mit Pfefferspray sprühte, teilte die Polizei mit. Wegen starker Reizungen im Gesicht wurde der 27-Jährige in ein Krankenhaus gebracht. Wohin die Täter flüchteten, ist nicht bekannt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

2 Verletzte
Dresden
Sachsen

Fünf bis sechs Männer pöbelten am Montagabend zunächst zwei Asylsuchende aus Marokko beziehungsweise Tunesien an. Dann attackierten sie ihre beiden Opfer mit Glasflaschen, wodurch diese unter anderem Kopfverletzungen erlitten und im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Täter flüchteten, die Polizei ermittelt gegen sie wegen gefährlicher Körperverletzung.

1Verletzte_r
Neubrandenburg
Mecklenburg-Vorpommern

Auf dem Weg in seine Unterkunft wird ein Geflüchteter aus Eritrea von zwei Männern angesprochen und von einem der beiden ins Gesicht geschlagen.

Hettstedt
Sachsen-Anhalt

Ein 45-jähriger Asylsuchender aus Syrien wurde am Nachmittag angegangen. Zwei Männer seien ihm auf der Straße entgegengekommen. Einer der beiden soll dem Opfer seine Ohrstöpsel, über die der Geschädigte telefonierte, aus den Ohren gerissen haben und dem Opfer mit den Händen gegen den Oberkörper gestoßen haben.

Berlin
Berlin

Ein unbekannter Mann hat am Samstagnachmittag ein Flüchtlingskind auf einem Spielplatz im Bezirk Marzahn angegriffen und rassistisch beleidigt. Der 10-jährige Junge spielte mit anderen geflüchteten Kindern laut Polizei zum Tatzeitpunkt an einer Rutsche, als der Mann ihn im Genick packte und ihn beleidigte. Laut Tagesspiegel soll er gesagt haben: "Verpisst euch, ihr werdet alle abgeschoben."

2 Verletzte
Heidenau
Sachsen
Quelle: 

Spiegel Online
mdr
Radio Dresden
 

In Heidenau sind vier Asylsuchende aus Pakistan von etwa 15 "mutmaßlich russischstämmigen Jugendlichen" angegriffen worden. Dabei wurden einem der Asylsuchenden eine Flasche über dem Kopf zerschlagen, ein zweiter erlitt Kratzwunden im Gesicht. Beide mussten ambulant behandelt werden, nachdem sich die Asylsuchenden zunächst in ihrer Unterkunft gerettet hatten. Dort verständigten sie den Wachdienst, der die Polizei informierte. Die Polizei jedoch dementierte zunächst, dass es überhaupt einen Angriff gegebenen habe und sprach später von einer "Auseinandersetzung" zwischen beiden Gruppen. Dem widersprachen die Asylsuchenden jedoch. Sie seien vielmehr "unvermittelt angegriffen worden", als sie in der Nähe des Bahnhofs einen Döner gegessen hätten, so einer der Asylsuchenden am Sonntag laut Medienberichten. Die Angreifer hätten sich mit russischen Namen angesprochen.
Update: Die Polizei hat sich inzwischen dafür entschuldigt, dass sie den Vorfall zunächst dementierte. "Nach einer längeren Recherche" sei man "letztlich doch auf eine Anzeige gestoßen".

2 Verletzte
Dresden
Sachsen
Quelle: 

Radio Dresden
eigene Recherche

In Dresden-Stetzsch kam es am Samstagabend zu einem Angriff auf einen 24-jährigen Syrer und einen 32-jährigen Iraker. Die beiden Männer waren auf dem Fahrrad unterwegs, als ihnen ein Kleintransporter entgegenkam. Unbekannte Insassen des Fahrzeugs bespritzten die beiden Männer im Vorbeifahren mit einer ätzenden Flüssigkeit. Wegen Reizungen an Haut und Augen mussten die beiden Opfer ambulant behandelt werden. Auf Nachfrage der Amadeu-Antonio-Stiftung teilte die Polizei Dresden mit, dass es sich bei den beiden Opfern um Asylsuchende handelt, wobei von einer wahllos rassistischen Attacke auszugehen sei.

1Verletzte_r
Marienberg
Sachsen

Ein Geflüchteter wurde auf dem Weg zum Supermarkt aus einem Auto heraus mit einer Glasflasche beworfen und am Bein getroffen.

Bei einer Infoveranstaltung zum Thema Asyl kam es zu Übergriffen auf einen jungen Mann durch Neonazis. Dabei entrissen diese dem Mann dessen Handy und warfen es auf die Straße. Außerdem wurde er mehrfach und massiv beleidigt, bedroht, anschließend die Treppe hinunter gestoßen und ins Gesicht geschlagen.

1Verletzte_r
Berlin
Berlin
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

1Verletzte_r
Sauensiek
Niedersachsen
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

2 Verletzte
Spremberg
Brandenburg

Sechs Geflüchtete aus Pakistan besuchen eine Diskothek in Spremberg. Auf der Tanzfläche schlagen Neonazis einen der Männer zusammen. Als die sechs Männer die Diskothek verlassen, verfolgt sie eine Gruppe von etwa Neonazis. Weder Besucher_innen der Diskothek noch auf der Straße wartende Taxifahrer schreiten dabei ein. Die Neonazis vermummen sich und schlagen auf die Geflüchteten ein. Letztlich können die Betroffenen flüchten. Ein Pakistani wird durch einen Ellenbogenschlag am Kopf verletzt.

1Verletzte_r
Annaberg-Buchholz
Sachsen

In der Nacht griffen etwa 10 Neonazis einen tunesischen Geflüchteten im Zentrum an und schlugen diesem mit einem Baseballschläger mehrere Zähne aus.

1Verletzte_r
Münster
Nordrhein-Westfalen
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

1Verletzte_r
Neckargemünd
Baden-Württemberg
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

1Verletzte_r
Uetze
Niedersachsen
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

Wismar
Mecklenburg-Vorpommern

Rund 300 Demonstranten protestierten "gegen die gescheiterte Asylpolitik“ und zogen unter dem Motto „Gemeinsam für die Heimat“ durch Wismar. Eine Gegendemonstration und zwei Sitzblockaden behinderten die rechte Demonstration.
Nach dem offiziellen Ende der Versammlung versuchten vier Teilnehmer der rechten Demo zwei Asylsuchende aus Eritrea mit Flaschen zu verletzen. Der Angriff konnte jedoch rechtzeitig von der Polizei unterbunden werden.

Am Morgen griffen ein 23- und ein 24-Jähriger am U-Bahnhof Schlesisches Tor einen Geflüchteten an. Das 18-jährige Opfer saß auf einer Bank, als die beiden Angreifer gegen 4.50 Uhr auf ihn zukamen und ihn zunächst rassistisch beleidigten. Als er aufstehen wollte, schlugen sie ihn zu Boden. Der 18-Jährige versuchte daraufhin zu fliehen, wurde aber mit Schlägen und Tritten zu Boden gebracht.

Anklam
Mecklenburg-Vorpommern
Quelle: 

Ein Asylsuchender aus Togo wurde am Mittwoch auf dem Weg zur Arbeit von zwei Männern mit einer Flasche attackiert. Er konnte dem Angriff ausweichen und fliehen.

1Verletzte_r
Halbe
Brandenburg
Quelle: 

Aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Partei Die Linke zu Straftaten gegen Asylsuchende und ihre Unterkünfte geht hervor, dass die zuständige Polizeidirektion wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt und diese Straftat als “politisch motivierte Kriminalität – rechts” einordnet. Wie viele Verletzte es gab, ist den Angaben nicht zu entnehmen.

35 Verletzte
Massow
Brandenburg
Quelle: 

In einer Asylunterkunft in Massow gab es eine Attacke mit Pfefferspray, bei der etwa 35 Asylsuchende Reizungen der Atemwege und Augen erlitten. 14 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei nahm einen 28-jährigen Tatverdächtigen fest. Er soll als Bauarbeiter auf dem Gelände der Asylunterkunft gearbeitet haben.
 
Update: In Königs Wusterhausen musste sich der Angeklagte im Februar 2017 vor Gericht verantworten. Im Prozess gesteht der Angeklagte die als gefährliche Körperverletzung angeklagte Tat, bestreitet aber eine ebenfalls angeklagte Beleidigung. Die Pfeffersprayattacke stellt er als „Spaß“ dar: Er habe nicht gewusst, dass ein lediglich eine Sekunde anhaltendes Sprühen solchen Schaden anrichten könne. Trotz der großen Zahl an Verletzten kann nur ein Mann aus Syrien im Prozess als Nebenkläger auftreten, da der Großteil der anderen Betroffenen in der Zwischenzeit abgeschoben wurde, berichtet Justizwatch. Weiter heißt es im Prozessbericht: "Die Tatschilderung des Nebenklägers unterscheidet sich zwar in wesentlichen Punkten von der Version des Angeklagten und eines mit ihm befreundeten Zeugen, kann aber nicht durch weitere Zeug*innen bestätigt werden. Dies nehmen der Staatsanwalt und der Richter zum Anlass, den Nebenkläger auf seine Wahrheitspflicht hinzuweisen. Der Angeklagte wird schließlich der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 1,5 Jahren auf Bewährung verurteilt. Das Gericht kann allerdings keine rassistische oder menschenverachtende Tatmotivation feststellen. Der Angeklagte habe ja vor der Tat den Abend mit Bewohnern der Unterkunft in guter Stimmung verbracht. Und Albaner seien für führende deutsche Kadernazis wohl nicht die „typische Umgangsklientel“. Daher gehöre die Tat eher in die Kategorie „sehr dummer Jungenstreich“." 

1Verletzte_r
Halle (Saale)
Sachsen-Anhalt
Quelle: 

Gegen 1:20 Uhr wird ein 21-jähriger Geflüchteter aus Guinea-Biseau während des alljährlichen Laternenfestesvon einer sechs- bis achtköpfigen Gruppe rassistisch beschimpft, geschubst, geschlagen und getreten. Es gelingt dem Betroffenen, die Angreifer erst mit einer und dann mit zwei leeren Glasflaschen in Schach zu halten. Schließlich versuchen eine Frau und ein Mann, die Angreifer zum Aufhören zu bewegen und dem Betroffenen aus der Situation herauszuhelfen. Schließlich schafft es die Frau, den 21-Jährigen zur nächstgelegenen Sanitäterstation zu bringen, wobei sie noch von mehreren Angreifern verfolgt werden. Vor Ort befindlichen Polizeibeamten gelingt es, die Angreifergruppe zu stoppen. Es wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

1Verletzte_r
Schwarzenberg
Sachsen

Ein Geflüchteter, welcher auf dem Rad unterwegs war, wurde von Neonazis zu Boden gestoßen, als er an ihnen vorbei fuhr. Noch am Boden liegend, schlugen sie auf den Mann ein und flüchteten anschließend. Der junge Mann wurde bei dem Angriff verletzt und musste ambulant behandelt werden.

1Verletzte_r
Luckenwalde
Brandenburg

Am Abend wirft ein Mann aus dem Schutz einer fünfköpfigen Gruppe heraus einen Böller mit großer Sprengkraft über den Zaun des Asylbewerberheims in der Grabenstraße und zielt direkt auf eine Gruppe von etwa 20 Asylsuchenden. Dabei brüllt er „Ausländer raus“. Durch die Wucht der Explosion zerbricht ein Stuhl. Ein 52-jähriger Mazedonier erleidet unter anderem eine Brandverletzung am Bein und muss ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

1Verletzte_r
Lebach
Saarland
Quelle: 

In Lebach hat ein Unbekannter einen Asylsuchenden aus Syrien angegriffen. Der 19-jähriger Syrer war in der Nähe des Bahnhofs unterwegs, als der Täter mit seinem Auto neben ihm anhielt, ausstieg und ihm mit der Faust ins Gesicht schlug. Der Angreifer wurde als 20 bis 30 Jahre alt mit kurzen, blonden Haaren beschrieben. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes Saarland geht nach ersten Ermittlungsergebnissen von einer rassistisch motivierten Tat aus, teilte die Polizei mit.

1Verletzte_r
Übach-Palenberg
Nordrhein-Westfalen

In Übach-Parlenberg war ein Asylsuchender am Freitagnachmittag in einem Bus unterwegs, als er ohne Vorwarnung von einem anderen Fahrgast mit eine Flasche attackiert wurde.

1Verletzte_r
Lübeck
Schleswig-Holstein

Zwei Männer haben in Lübeck einen Syrer angegriffen und dabei laut Polizei leicht verletzt. Sie hätten ihn zunächst angesprochen und dann attackiert.
Kurz darauf wurde eine Containerunterkunft für Flüchtlinge mit Steinen beworfen. In der im Aufbau befindlichen Unterkunft wurde ein Fenster beschädigt. Zusätzlich verklebten die Täter auf dem Gelände der Unterkunft NPD-Aufkleber mit der Parole "Asylantenheim? Nein Danke".
Die Polizei nahm insgesamt sieben Personen - alle polizeibekannt und vom Staatsschutz als "Gruppierung Rechts" eingestuft - noch in Tatortnähe als Verdächtige in Gewahrsam. Einer von ihnen soll laut Polizei den Mann aus Syrien verletzt haben.

1Verletzte_r
Schwedt
Brandenburg

Auf einen 31-jährigen Geflüchteten aus Somalia wird aus einer Menschenmenge heraus ein Stein geworfen, der den Mann, der gerade mit dem Fahrrad unterwegs ist, am Bein trifft und ihn zu Fall bringt. Durch den Sturz zieht er sich Verletzungen an der linken Körperseite zu. Als er nach der Polizei ruft, flüchten die Angreifer.

1Verletzte_r
Prenzlau
Brandenburg

Drei Männer beleidigen einen 27-jährigen Geflüchteten aus Somalia im Georg-Dreke-Ring rassistisch und attackieren ihn anschließend  körperlich. Die Täter werden von der Polizei gestellt.

1Verletzte_r
Schwarzenberg
Sachsen

Am Sonntagabend gab es im Schwarzenberger Stadtteil Sonnenleithe vor dem Hallenbad einen Übergriff auf eine Gruppe von Asylsuchenden. Zunächst soll ein 20-jähriger Deutscher aus einem Auto heraus die Flüchtlinge verbal attackiert und beleidigt haben. Der junge Mann saß auf dem Beifahrersitz. Als die Angegriffenen daraufhin auf das Fahrzeug zugingen, habe der junge Mann Reizgas gezückt und damit in die Gruppe besprüht, so die Polizei. Durch das Reizgas wurde ein 22-jähriger Asylsuchender leicht verletzt.

3 Verletzte
Dresden
Sachsen

Am späten Sonntagnachmittag griffen fünf Dresdner im Alter zwischen 28 und 46 Jahren drei Asylsuchende aus dem Irak an. Zunächst pöbelten die Angreifer, dann schlugen sie auf ihre drei Opfer ein. Als die drei Iraker flüchteten, folgten ihnen die Männer und bewarfen sie mit einer Bierflasche. Die drei Iraker erlitten leichte Verletzungen.

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