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Vertrieb rechtsextremer Musik

In Deutschland haben in den neunziger Jahren etwa 100 bis 120 rechte Musikgruppen bei über 50 deutschen Plattenlabels insgesamt rund 750 CDs eingespielt und damit zum Teil sechsstellige Verkaufszahlen erreicht.

Die Zahl der offiziell vermarkteten Tonträger ist seit 1998 rückläufig, dafür hat sich der illegale Markt ausgeweitet. Die Zahl von Schwarzkopien ist seit Einführung von CD-Brennern in privaten Haushalten oder Download-Möglichkeiten im Internet sprunghaft gestiegen.

Auf dem legalen Markt werden rechtsextreme CDs vor allem über den Versandhandel verkauft. Manche Versandhandel sind auf eine Musikrichtung spezialisiert (z.B. Skinhead- oder Gothic-Versande), andere bedienen übergreifend das Spektrum zwischen, laut Selbstdarstellung, „moderner“ (gemeint ist Skinheadrock) und „traditioneller“ Musik (Neofolk) mit rechtsextremen Texten. Eines der größten rechten Vertriebsnetzwerke war “Blood & Honour“, das innerhalb kürzester Zeit zu der am schnellsten wachsenden rechtsextremistischen Organisation in Deutschland anwuchs und im September 2000 verboten wurde.

Neben dem Versandhandel spielt sowohl für den legalen wie den illegalen Markt der Handverkauf eine große Rolle. Bei Konzerten oder Demonstrationen, bei Feiern und Ausflügen werden CDs und Kassetten angeboten, die in rechten Jugendcliquen gehandelt, kopiert und verschenkt werden. Außerdem werden rechte CDs in Szeneläden vertrieben, etwa Platten-, Mode- oder Military-Läden, aber auch Tattoo-Studios oder Kneipen.

Standpunkte. Erziehung für Demokratie • gegen Rechtsextremismus, CD-Rom für LehrerInnen. RAA Berlin e.V. / LISUM 2002

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