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Deutsche Nationalzeitung

Mit ihrem reißerischen Radau-Nationalismus ist die Deutsche Nationalzeitung – trotz fallender Auflage – rechtsextremer Marktführer.

Entstehung
Gegründet wurde sie 1951 als Deutsche Soldaten-Zeitung (DSZ). Sie erschien monatlich und richtete sich vor allem an ehemalige Angehörige der deutschen Wehrmacht. Bemerkenswert ist, dass die DNZ anfangs als antikommunistische Zeitung von der US-amerikanischen Verwaltung und dann 1953/54 vom Bundespresse- und Informationsamt finanziell unterstützt wurde. Ab 1958 kaufte Gerhard Frey mit dem neu gegründeten DSZ-Verlag nach und nach alle Anteile Schild-Verlages, der die DSZ herausgab. Frey wurde so zugleich Herausgeber und Chefredakteur der Zeitung. Seit 1963 erschien sie wöchentlich als Deutsche National-Zeitung und war nun thematisch auf das gesamte rechte Spektrum ausgerichtet. Nach der Gründung der DVU 1971 durch Frey ist die DNZ eines der wichtigsten Propagandainstrumente der Partei.

Taktik
In der mit einer Auflage von ca. 50.000 Exemplaren erscheinenden Wochenzeitung wird eine rechtsextreme Grundhaltung in den ausländerfeindlichen, revisionistischen und antisemitischen Äußerungen deutlich. Die DNZ ist durch den Boulevardstil mit großen, farbigen Überschriften und eingängiger Sprache populistisch und emotionalisierend aufgemacht. Häufig arbeitet sie mit suggestiven Schlagzeilen in Frageform, die auf die Aktivierung bestehender Ressentiments bei der Leserschaft abzielen und strafrechtlich relevante Aussagen kaschieren. Alternativ werden diffamierende und polemische Parolen als Zitat gekennzeichnet, von dessen Inhalt später im Text teilweise abgerückt wird. Die DNZ, die keine Rubriken führt, sieht sich als Opposition zur "umerzogenen, antideutschen, systemtreuen" Presse.

Überzeugung
Thematisch konzentriert sich diese Publikation auf den Zweiten Weltkrieg und die Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen, die so genannte "Ausländerfrage", Angriffe gegen liberale Politiker und demokratische Einstellungen. Ferner nehmen die Ablehnung der EU und antisemitische bzw. rassistische Vorurteile einen breiten Raum ein.

Der Verleger und Multimillionär Gerhard Frey verfügt über den größten rechtsextremen Medienkonzern in Deutschland und hat beträchtlichen publizistischen Einfluss. Er hat im Verlauf seiner Tätigkeit über 120 Strafanträge unbeschadet überstanden. Obwohl formal unabhängig, ist die DNZ umfassend auf die DVU und die Person Freys ausgerichtet und weist die Rolle eines (inoffiziellen) Parteiorgans auf.

Standpunkte. Erziehung für Demokratie • gegen Rechtsextremismus, CD-Rom für LehrerInnen. RAA Berlin e.V. / LISUM 2002

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