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Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung (AAS) setzt sich ein für die Stärkung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Kultur im Alltag. Dafür unterstützt sie Initiativen und Projekte, die sich friedlich und kreativ gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagieren, aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus bekämpfen und die für den Schutz von Minderheiten eintreten. Über finanzielle Hilfen hinaus ist es die wichtigste Aufgabe der Stiftung, zu ermutigen, Eigeninitiative vor Ort zu stärken und Projekte zu vernetzen. Zudem reagiert die Stiftung auch auf aktuelle Entwicklungen, bei denen sich Lücken staatlichen und zivilgesellschaftlichen Handelns zeigen mit eigenen und neuen Projekten. Diese werden gemeinsam mit Partnern in die Praxis umgesetzt.

Der Namensgeber der Stiftung, Amadeu Antonio, wurde 1990 in Eberswalde von rechtsextremen Jugendlichen zu Tode geprügelt. Er war eines der ersten Todesopfer rassistischer Gewalt nach dem Fall der Mauer. Die nach ihm benannte, gemeinnützige Amadeu Antonio Stiftung wurde 1998 gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse. Vorsitzende des Vorstandes ist Anetta Kahane.

Ein wichtiges Prinzip der Stiftung mit Sitz in Berlin ist Handeln gegen die Konjunktur. Denn das Thema Rechtsextremismus ist aus vielen Medien fast verschwunden – aus dem Alltag leider nicht. Die AAS reagiert auf rechtsextreme Gewalt. Sie hilft den Opfern, stellt Öffentlichkeit her und motiviert zu demokratischer Reaktion.

Schwerpunkt der Arbeit der AAS ist die finanzielle Unterstützung und fachliche Beratung von lokalen Initiativen und Projekten in den Bereichen Jugend, Schule, Opferschutz und Hilfe und die Vermittlung der Zusammenarbeit öffentlicher und privater Partner. Ein besonders breites Netzwerk von Initiativen gibt es in der Arbeit gegen Antisemitismus. Jährlich im November werden Projektwochen gegen Antisemitismus durchgeführt. Ein neues Kooperationsprojekt heißt „living equality“ – Gleichwertigkeit erleben (www.living-equality.org). Es geht um die Entwicklung vielfältiger Interventionsformen gegen gruppenbezogenene Menschenfeindlichkeit. Dabei arbeitet die Stiftung eng mit Wissenschaftlern zusammen, um Forschungsergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen.

Außerdem fördert die AAS das bundesweit einzigartige Aussteigerprojekt „EXIT“ (www. exit-deutschland.de) und das Berliner Zentrum Demokratische Kultur (www.zentrum- demokratische-kultur.de), das rechtsextreme Erscheinungsformen analysiert und Gegenstrategien entwickelt. Als Trägerin des „Opferfonds Cura“ (www.opferfonds-cura.de) unterstützt die Stiftung Opfer neonazistischer Gewalt direkt. Eine Förderung erfolgt gezielt und unkompliziert. Die Stiftung hilft, wo sie am dringendsten gebraucht wird, zum Beispiel einer lokalen Opferberatungsstelle, einer Flüchtlingsinitiative oder Jugendlichen, die eigene Demokratieprojekte initiieren. Detaillierte Förderkriterien sind auf der Website der Stiftung zu finden.

Partner sind die Freudenberg Stiftung (www.freudenbergstiftung.de) und das Magazin „stern“ (www.stern.de) mit seiner Kampagne „Mut gegen rechte Gewalt“. 2003 gründeten „stern“ und Amadeu Antonio Stiftung das tagesaktuelle Internetportal www.mut-gegen -rechte-gewalt.de, das nicht nur über das Ausmaß von Rechtsextremismus informiert, sondern auch über zahlreiche friedliche und kreative Initiativen dagegen.

www.amadeu-antonio-stiftung.de

Aus: Holger Kulick (Hrsg.), MUT-ABC für Zivilcourage. Ein Handbuch gegen Rechtsextremismus. Von Schülern für Schüler, Leipzig 2008.
Bei Direktbestellung HIER für fünf Euro zu erwerben.

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