Seit nunmehr neun Jahren gibt es die stern-Aktion "Mut gegen rechte Gewalt". Sie verfolgt zwei wesentliche Ziele: Sie ermutigt zu mehr Zivilcourage und leistet Initiativen unbürokratische Hilfe gegen Rechtsextremismus. Mehr als 120 Projekte wurden bislang gefördert.
Besorgt durch immer neue Übergriffe gegen Ausländer in Deutschland, rief der stern im August 2000 die MUT-Aktion ins Leben. Die stern-Chefredakteure Thomas Osterkorn und Andreas Petzold bitten ihre Leser seitdem, sich auch finanziell für friedliche und kreative Initiativen gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland stark zu machen. Die Spendengelder fließen an die Amadeu Antonio Stiftung zur Weitergabe an kleine Initiativen gegen Rechtsextremismus und für demokratische Kultur. Eine besonders intensive Förderung erhält das Aussteigerprojekt für Neonazis "EXIT", das bislang mehr als 300 Rechtsextremisten half, aus ihrer sektenähnlich organisierten Szene herauszukommen.
Der stern hat damit der Amadeu Antonio Stiftung und ihren Partnerprojekten zu einer größeren Öffentlichkeit verholfen. Zahlreiche stern-Artikel haben seither über die Gefahren des Rechtsextremismus in Deutschland und gelungene Gegenprojekte informiert. Das MUT-Portal vertieft diese Berichterstattung tagesaktuell und ist die Website in Deutschland, die am kontinuierlichsten über Neonazismus aufklärt und ermutigt, dagegen vorzugehen.
Damit die "Mut"-Aktion weiterhin viele Projekte und Aktionen gegen Rassismus und Antisemitismus tatkräftig unterstützen kann, ist sie ständig auf neue Spenden angewiesen. Bitte helfen Sie uns!
Das MUT-Portal ging am 29. April 2003 online. Es entstand mit einer Starthilfe des Software-Unternehmens SAP und sucht dringend weitere Sponsoren. Wir sind eine tagesaktuelle Internetzeitung, die bundesweit über Rechtsextremismus informiert, aufklärt und berät und zugleich auf 'Mutmacher' hinweist, die anschaulich machen, wie es möglich ist, extremistische Gewalt, Rassismus und auch Antisemitismus gewaltfrei zurückzudrängen. Die Redaktion ist unabhängig und überparteilich.
Vier gleichwertige Ziele werden verfolgt:
1. Information: Kontinuierliche und hintergründige Berichterstattung über das Ausmaß von Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus in ganz Deutschland, aber auch über Ursachenforschung, politische Gegenkonzepte und Gegenstrategien.
2. Ermutigung: Vernetzung von Gegeninitiativen und hervorgehobene Berichterstattung über vorbildliche Einzelpersonen, Initiativen und Gemeinden, die sich friedlich und kreativ gegen Rassismus und Extremismus engagieren: MUT macht Mut und schafft Öffentlichkeit besonders für kleine, engagierte zivilgesellschaftliche Projekte vor Ort
3. Erste Hilfe: In der Redaktion melden sich nahezu täglich Opfer von Gewalt, potenzielle Aussteiger, Familien und Freunde von Rechtsextremen, die um Ratschläge bitten und um Kontakte zu Initiativen. Aber auch Lokalpolitiker, Schuldirektoren, Sportvereine, Künstler, Sozialarbeiter, Geschäftsleute und Multiplikatoren fragen um Rat, vor allem, wenn sie erstmals mit dem Themenkomplex Rechtsextremismus zu tun haben.
4. Coaching: Die MUT- Redaktion schult Lokal- und vor allem Schülerzeitungsredakteure im sicheren Umgang mit dem Thema Rechtsextremismus und veranstaltet Workshops in Schulen. Für ‚junge Medien mit Mut’ wird jährlich auf Initiative der Redaktion ein Preis vergeben – dazu gehören auch Schülerpraktika in der MUT- Redaktion . In Zusammenarbeit mit dem Verband der Jugendpresse Deutschland entstand Anfang 2007 die bundesweite Schülerzeitung "politikorange extrem*" über Wege aus dem Rechtsextremismus. Eine Fortsetzung folgte2008 mit einem MUT-Handbuch für Zivilcourage von Schülern für Schüler.
Unsere Userinnen und User teilen sich – den Zuschriften nach – in etwa drei gleiche Teile: Stammleser, Ratsuchende und ‚Gegner’, die sich aufregen, dass es MUT überhaupt gibt. Sie schicken Spams, Viren und Drohbriefe. Aber das entmutigt nicht. Im Gegenteil.
MUT wurde am 9.11.2007 relauncht. Das Archiv der bis dahin publizierten Artikel findet sich unter: www.archiv.mut-gegen-rechte-gewalt.de, aus technischen Gründen allerdings nicht mehr mit allen Fotos.
MUT wurde 2006 nominiert für den 'Grimme Online Award' im Bereich ''Information'' und 2007 ausgezeichnet mit dem 'Alternativen Medienpreis' der Nürnberger Medienakademie. 2008 wurde MUT zum "besonderen Ort" im Rahmen der Aktion "Deutschland, Land der Ideen" und für das MUT-ABC ausgezeichnet vom Bündnis für Demokratie und Toleranz.
Redaktion :
Sarah Schulz
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sarah.schulz(ät)amadeu-antonio-stiftung.de
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