Wenn ein Moment der Ruhe einkehrt, spürt man die Erschöpfung erst richtig. Im letzten Sommer kamen wir nicht recht dazu, damals ging die Hasswelle so richtig hoch, da war kein Platz für Erschöpfung. Aber jetzt ist es August 2017 und der Hass scheint ebenso müde wie wir alle.
Am 25. Juli veröffentlichten die Neuen Deutschen Medienmacher eine Pressemitteilung, in welcher sie die neue Studie "Die 'Flüchtlingskrise' in den Medien" der Otto Brenner Stiftung kritisierten. Noch am selben Tag erreichte den Vorstand der Neuen Deutschen Medienmacher eine Replik des Studienleiters Michael Haller und der Geschäftsführung der Otto Brenner Stiftung, die wir an dieser Stelle veröffentlichen.
Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können: mit der Verabschiedung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) hat der Bundestag in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause eine rechtliche Grundlage geschaffen, um gegen Hass im Netz effektiv vorgehen zu können.
Mit Verärgerung nehmen die Neuen deutschen Medienmacher die Berichte über eine Studie des Kommunikationswissenschaftlers Michael Haller zur Kenntnis, nach der die deutschen Medien in der sogenannten Flüchtlingskrise versagt hätten. Indirekt redet Haller all jenen Verschwörungstheoretikern und Rassisten das Wort, die der „Lügenpresse“ pauschal vorwerfen, mit den Mächtigen unter einer Decke zu stecken und die Probleme bei der Integration von Geflüchteten und Migranten bewusst zu verschweigen.

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Die Zahlen sind alarmierend: Die »Chronik flüchtlingsfeindlicher Vorfälle« dokumentiert 3.774 Fälle rassistisch motivierter Gewalt gegen Asylsuchende 2016. Eine Bestandsaufnahme.
Gewalt gegen Flüchtlinge nimmt massiv zu
Die rassistische Gewalt gegen Geflüchtete ist 2016 massiv angestiegen – im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 hat sich die Zahl der Übergriffe mehr als verdoppelt. Bereits 90 Brandanschläge und 202 Verletzte in 2016.

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