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Magdeburgs Breiter Weg als „Meile der Demokratie“

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Motivplakat der Magdeburger Meile der Demokratie

Das 'Bündnis gegen Rechts Magdeburg', ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Initiativen, Gewerkschaften, Parteien und Einzelpersonen, organisiert seit Jahren demokratische und friedliche Protestaktionen gegen den Versuch von Rechtsextremen, die Erinnerung an die Bombardierung der Stadt am Ende des Zweiten Weltkrieges zu missbrauchen. Am 17. Januar 2009 ruft das Bündnis erstmals gemeinsam mit der Landeshauptstadt Magdeburg die Bürger zu einer „Meile der Demokratie“ auf. Ein MUT-Gespräch mit Thomas Weber von Miteinander e.V. zu den Hintergründen der geplanten Aktion.

Für den 17. Januar 2009 planen Sie erstmals eine „Meile der Demokratie“ in der Magdeburger Innenstadt. Was hat es damit auf sich?
Rückblickend mussten wir trotz steigender Teilnehmerzahlen bei unseren bisherigen Aktionen feststellen, dass wir einige Bevölkerungsgruppen nicht mobilisieren konnten, obwohl sie unser Anliegen, mit friedlichen Mitteln gegen rechtsextreme Aufmärsche in unserer Stadt zu demonstrieren, teilen. Mit der „Meile der Demokratie“ im Breiten Weg wollen wir gerade Familien mit Kindern und älteren Personen die Möglichkeit bieten, Gesicht zu zeigen und sich über die vielfältigen Angebote Magdeburgs in den Bereichen Sport, Kultur und Bildung zu informieren. Wir knüpfen mit der Meile an die guten Erfahrungen aus anderen Städten, beispielsweise im fränkischen Wunsiedel oder in Dresden, an.

Warum gerade der Breite Weg?
Der Breite Weg war bis zur Zerstörung eine der Prachtstraßen Magdeburgs mit unzähligen Bars, Kinos und Geschäften. Wir dürfen bei der Erinnerung an die Bombardierung 1945 jedoch nicht vergessen, dass die Nationalsozialisten in den Jahren zuvor viel Leid und Zerstörung über Europa gebracht haben. Ich erinnere dabei nur an die Luftangriffe auf Warschau, Coventry oder Rotterdam ab 1939 sowie die Shoah, die Vernichtung der europäischen Juden. Dass heute, über 60 Jahre nach Kriegsende, Rechtsextreme durch diese Magistrale unserer Stadt marschieren wollen, ist für uns nicht hinnehmbar. Zudem befinden sich Orte von historischer, politischer und gesellschaftlicher Relevanz auf und in unmittelbarer Nähe zur Strecke: Das Denkmal für die 1938 von den Nazis zerstörte Synagoge, das Mahnmal für die Sinti und Roma, das Alte Rathaus als Ort der demokratischen Bürgerschaft sowie zahlreiche Stolpersteine im Umkreis des Breiten Wegs, die an die Verfolgung, Verschleppung und Ermordung jüdischer Magdeburgerinnen und Magdeburger im Nationalsozialismus erinnern. Wir wollen gemeinsam zeigen, dass in Magdeburg kein Platz für Geschichtsverdrehung, Rassismus und Demokratieverachtung ist.

Was genau erwartet Magdeburger an diesem Tag?
Der gesamte Breite Weg vom Hasselbachplatz bis zum Universitätsplatz wird sich ab 12.00 Uhr in einen Ort lebendiger Bürgerschaft verwandeln. Verbände, Schulen, Unternehmen, Sportvereine, kulturelle Einrichtungen der Stadt und nicht zuletzt die vor Ort ansässigen Händler werden mit Ständen über ihre Arbeit und Angebote informieren. Darüber hinaus werden auf insgesamt vier Bühnen bekannte und noch nicht so bekannte Musikbands, Chöre und Spielmannszüge auftreten sowie kleinere Theaterstücke aufgeführt. Dazwischen werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens über die Beweggründe ihres Engagements für eine lebendige Demokratie sprechen.

Ein ehrgeiziges Unterfangen...
...gewiss. In der Vorbereitung hat sich das offizielle Motto der Stadt „Magdeburg überrascht“ für uns schon bestätigt: Die Zahl der bisher vorliegenden Anmeldungen von Initiativen und Institutionen, aber auch die gesellschaftliche Breite der beteiligten Akteure, stimmt uns sehr positiv. So haben u.a. das Puppentheater, die Arbeiterwohl-fahrt, die Initiative „Stolpersteine“ und beide Kirchen ihre Beteiligung zugesagt. Mit der Landeshauptstadt Magdeburg, der IG Innenstadt Magdeburg e.V., dem Stadtmarketing „Pro Magdeburg“ e.V. sowie der Landeszentrale für politische Bildung hat das ehrenamtlich arbeitende Bündnis gegen Rechts starke Partner an seiner Seite, ohne die das Konzept einer „Meile der Demokratie“ in unserer Stadt niemals hätte umgesetzt werden können.

Können sich denn noch weitere Vereine und Institutionen für die Meile anmelden?
Selbstverständlich. Interessenten sind aufgerufen, sich beim Organisationsbüro unter Telefon 0391 / 620 77 51 oder Email demokratiemeile17januar09@gmx.de zu melden. Das Formular zur Standanmeldung finden sie auch auf der Webseite des Bündnisses unter http://bgrmagdeburg.wordpress.com.  Darüber hinaus besteht auch noch die Möglichkeit, mit kulturellen Beiträgen auf einer der vier Bühnen aufzutreten. Anmeldungen hierzu nimmt ebenfalls das Büro entgegen.

Wie können die Magdeburgerinnen und Magdeburger sie noch unterstützen?
Zunächst einmal: Machen sie die „Meile der Demokratie“ in ihrem privaten und beruflichen Umfeld bekannt. Kommen sie am 17. Januar 2009 mit möglichst vielen Verwandten und Freunden zum Breiten Weg und zeigen sie Gesicht für ein demokratisches und weltoffenes Magdeburg. Darüber hinaus ist das Bündnis gegen Rechts trotz der umfänglichen ehrenamtlichen Arbeit zur Vorbereitung und Durchführung der Meile auf Spenden angewiesen. So müssen beispielsweise Plakate und Flyer gedruckt sowie Bühnentechnik ausgeliehen werden. Da das Bündnis selbst keine Rechtsperson ist, bitten wir unter Angabe des Verwendungszwecks um Spenden auf das Konto von Miteinander e.V. Diese sind dann für sie als Spenderin oder Spender steuerlich absetzbar. (Kontoinhaber: Miteinander e.V. Konto-Nr. 84 73 400 BLZ: 810 205 00 Bank für Sozialwirtschaft Magdeburg Verwendungszweck: Meile der Demokratie).

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