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    „’Du Jude’ – Was für ein beklopptes Schimpfwort!“

    Eine Tagung des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ und des Zentrums für Antisemitismusforschung beschäftigte sich in Weimar mit „Alltagsantisemitismen jenseits geschlossener Weltanschauungen“.
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    „Alles Scheiße wieder mal“

    In Bernau gab es letzten Samstag allen Grund zu jubeln: Rund 500 engagierte Menschen aus der Zivilgesellschaft setzten sich etwa 90 Neonazis in den Weg und blockierten somit mutig deren Marsch durch die Stadt. Doch dies war nur der erste von insgesamt fünf Aufmärschen der „Kameradschaft Märkisch...
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    Zehnter Jahrestag der Ermordung Alberto Adrianos

    Vor zehn Jahren wurde der Afrodeutsche Alberto Adriano von drei Neonazis in Dessau brutal ermordet. Am 11. und 12. Juni finden verschiedene Gedenkveranstaltungen statt.
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    Nazi-Frühlingserwachen in Brandenburg

    Die neonazistische „Kameradschaft Märkisch Oder Barnim“ (KMOB) hat für die nächsten Wochen in sieben nord-ost-brandenburgischen Städten Demonstrationen angemeldet. Den Auftakt bildet am Samstag, den 29. Mai, ein Aufmarsch in Bernau. Das Bündnis „Brandenburg Nazifrei“ ruft zu Blockaden auf.
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    Nazis nicht das Feld überlassen

    Unter dem Motto „Brennpunkt Zossen – Demokratie verteidigen!“ wurde zu einem Benefizabend in die Berliner Akademie der Künste geladen. Die zahlreichen Spenden kamen dem Verein „Haus der Demokratie Zossen“ und der Initiative „Schulbesuche für Romaschüler in Sibiu/Rumänien“ zu Gute. Im Foyer der...
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    NPD-Parteitag in Bamberg

    Anfang Juni findet in Bamberg der NPD-Parteitag statt. Ein breites Bündnis protestiert mit Gegenveranstaltungen. Auch die Antifa plant Demonstrationen.
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    Neonazis in Franken

    Übergriffe auf Engagierte, neonazistische Großveranstaltung, Verharmlosung durch Polizei und Städte: In Nürnberg und Umgebung passiert so Einiges.
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    Rechtsaußen und die Landtagswahl

    Am Sonntag wird in NRW ein neues Landesparlament gewählt - und wieder stehen landesweit einge Parteien zur Wahl, die es genauer zu betrachten gilt. Die FH–Düsseldorf macht in einer Broschüre auf Rassismus aufmerksam und hat dabei auch Parteien jenseits der Neonaziszene auf dem Schirm.
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  • Meldungen

    Kassel: Neonazis beschmieren Gewerkschaftshaus

    Am 1. Mai zeigten Neonazis bundesweit Präsenz auf den Straßen. Diesen Aufmärschen traten Enagierte entgegen. Doch im Vorfeld und Nachgang sind Aktivistinnen und Aktivisten der rechtsextremen Szene aktiv. In den frühen Morgenstunden des 1. Mai wurde in Kassel das Gewerkschaftshaus mit Parolen...
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    "'tschuldigung, darf ich ma' bitte durch?"

    Prenzlauer Berg war dicht: Polizeisperrungen wegen der geplanten Neonazidemonstration. Doch die ca. 600 Neonazis mussten sich den 10.000 Gegendemonstrierenden beugen. Nach wenigen Metern hieß es: "Ihr könnt nach Hause fahren!" Eine Fotoreportage zum 1. Mai in Berlin, Prenzlauer Berg.
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„1000 Kreuze in die Spree“

1000 Kreuze in die Spree

Am kommenden Samstag, den 26. September ab 13 Uhr will der Bundesverband Lebensrecht in Berlin am Neptunbrunnen beten und dann zur St. Hedwigs Kathedrale unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ demonstrieren. Der Verband besteht aus Abtreibungsgegnerinnen und –gegnern, die das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper in Frage stellen. Antifeminismus paart sich mit völkischem Familienverständnis. Dagegen stellt sich ein Bündnis von verschiedenen Gruppen unter dem Motto „1000 Kreuze in die Spree“.

  

Sie bezeichnen sich als „Lebensschützerinnen und Lebensschützer“. Dabei geht es ihnen eigentlich darum, Frauen das Recht zur Selbstbestimmung über ihren Körper und ihr Leben abzuerkennen und sie zurück an Heim und Herd zu schicken. Am kommenden Samstag, den 26. September ab 13 Uhr will der Bundesverband Lebensrecht in Berlin am Neptunbrunnen beten und dann zur St. Hedwigs Kathedrale unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ demonstrieren – und zwar gegen die „jährlich hunderttausendfache Tötung ungeborener Kinder“.
 
Abtreibungen in Deutschland
Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland immer noch illegal; allerdings werden sie bis zu einem gewissen Grad nicht strafrechtlich verfolgt. Doch schon, dass Abtreibungen im Strafgesetzbuch nach Mord und Tötungsdelikten im §218 auftauchen, zeigt wie sie in Deutschland bewertet werden. Die bekannte Parole der Frauenbewegung „Mein Bauch gehört mir“ ist längst nicht Wirklichkeit. In westlichen Ländern hat Deutschland mittlerweile die restriktivste Abtreibungsgesetzgebung. Nur nach Zwangsberatungen, Wartefristen oder bei psychischer und physischer Gefährdung der Frau sind Abtreibungen strafffrei. Und das auch nur innerhalb der ersten zwölf Wochen. In der ersten Hälfte des Jahres 2009 wurden die Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruches nach der zwölften Woche stark eingeschränkt. Vorgebliches Ziel der Debatte war der Schutz von Kindern mit Behinderungen, die von „Frauen ohne zu überlegen, einfach so“ abgetrieben werden. Doch seit 1995 ist die medizinische Indikation in der BRD abgeschafft und eine mögliche Behinderung des Fötus ist kein alleiniger Grund für eine Abtreibung mehr. „Die jetzige
Gesetzesänderung wurde maßgeblich von Abtreibungsgegnerinnen und –gegnern gepusht, die dies als Einfallstor benutzen wollen, um die eigene Entscheidung zu einer Abtreibung und die Möglichkeiten dazu weiter einzuschränken“, sagt dazu Sarah König, Pressesprecherin des Bündnisses gegen den 1000-Kreuze-Marsch.
 
Was „Lebensschutz“ bedeutet
In dieses Bild fügt sich der für Samstag angekündigte „Marsch der 1000 Kreuze“ vom Bundesverband Lebensrecht ein. Die 1000 weißen Holzkreuze, die verteilt werden, sollen die „1000 an einem normalen Werktag in der BRD getöteten ungeborenen Kinder“ symbolisieren. „Das ist eine statistisch unhaltbare Angabe über die Anzahl der Abtreibungen in der BRD“, sagt König. Doch mit solchen hanebüchenen Behauptungen arbeitet der Bundesverband, dessen Vereinszweck auch Lobbyarbeit ist, um solche Gesetzesentscheidungen wie dieses Jahr zu beeinflussen. Wie viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier sie dabei unterstützen kann man auf der Webseite des Bundesverbands nachlesen. Für Frauen unmittelbar noch problematischer sind Strategien, die in den USA, Südamerika oder Afrika schon Realität sind: „Lebensschützerinnen und –schützer“ blockieren Kliniken, in denen Abtreibungen vorgenommen werden, oder bieten „Beratungen“ an, die vorrangig dazu dienen, Frauen vom Schwangerschaftsabbruch abzuhalten. Dabei gilt eine Frau in den Augen der Abtreibungsgegnerinnen und -gegner nicht als selbstdenkendes und entscheidungsfähiges menschliches Wesen, sondern als potentielles Risiko für den Fötus. Im Mai diesen Jahres wurde Dr. George Tiller, ein Abtreibungen durchführender Arzt in den USA, vom „Lebensschützer“ Scott Roeder erschossen. Soweit zum „Lebensschutz“.
 
Antifeminismus und das „deutsche Volk“
Fundamentale christliche Ideologie unter dem Gewand der Menschenrechte gepaart mit der Sorge um aussterbende Deutsche sorgt auch hierzulande für eine stetige Erschwerung der Möglichkeiten von Abtreibungen. Nicht alle Kliniken führen sie durch, Schwangerschaftsabbrüche sind nicht Teil der gynäkologischen Ausbildung, Ärztinnen und Ärzte, die Abtreibungen durchführen, werden zunehmend kriminalisiert. Hinzu kommt ein Klima, das es Frauen schwerer macht, die eigenständige Entscheidung, zu einem Zeitpunkt Mutter zu werden oder nicht, zu treffen. „Wie alle religiösen Fundamentalismen arbeiten auch sie auf eine gesellschaftliche Dominanz ihrer Dogmen hin, etwa Familienzentriertheit, Heterosexualität, Schicksals- und Obrigkeitsergebenheit“, sagt König.
Dieser Rückschritt hinter eine eigentliche Selbstverständlichkeit sowie die Kolportation traditioneller Rollenbilder ruft auch Neonazis auf den Plan. Diese fühlen sich im Christentum zwar nicht hundertprozentig wohl, stimmen aber mit dem Familienbild der Abtreibungsgegnerinnen und –gegner überein. Frau hat Mutter zu sein – und zwar von vielen deutschen Kindern, die zukünftig für das Wohl der nationalen Gemeinschaft sorgen. So findet sich auch auf dem Neonazi-Internetportal „altermedia“ ein Bericht über den „1000 Kreuze“ Marsch vom letzten Jahr: „Um Welten größer aber sind die Übereinstimmungen mit unseren Ansichten: Mehrfach wird von unserem deutschen Vaterlande gesprochen, in einem Grußworte gar von der Ehre unseres Volkes. […] Wünschenswert wäre außerdem, daß Nationalisten sich wieder mehr den Themen annehmen“. Antifeminismus und damit auch Abtreibungsgegnerschaft taucht in der letzten Zeit vermehrt in der Neonazisszene auf. So war auf dem „Fest der Völker“ in Thüringen am 12. September auch die Neonazi-Initiative „Raus aus den Köpfen – Genderterror abschaffen“, die auf ihrer Webseite frank und frei die gleichen Argumente wie fundamentale Christen zum Thema Schwangerschaftsabbruch verwenden und diese auch als Quelle angeben. Manfred Libner, Verantwortlicher im Sinne des Presserechts für den Bundesverband Lebensrecht, scheut sich auch nicht bei Burschenschaften Vorträge mit dem Titel „Ein Volk entsorgt seine Kinder“ zu halten. So geschehen im April diesen Jahres in Göttingen.
 
„1000 Kreuze in die Spree“
Um diesen antifeministischen „Schweigemarsch“ der fundamental-christlichen Abtreibungsgegnerinnen und –gegner nicht einfach vorüber ziehen zu lassen und vor allem auch auf die problematische Lage von Frauen hinzuweisen, denen ihr Recht auf Abtreibung – noch nie hundertprozentig gegeben – immer mehr verwehrt wird, finden um 12.30 Uhr am Neptunbrunnen und 14.45 Uhr an der St. Hedwigs Kathedrale am Bebelplatz Gegenveranstaltungen unter dem Motto „1000 Kreuze in die Spree“ statt. Im Aufruf zur Gegendemonstration steht: „Wir fordern hingegen weiterhin, dass jede Frau selbst über einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden kann. Wir wollen eine Gesellschaft, in der eine Abtreibung kein gesundheitliches, rechtliches oder ökonomisches Problem für Frauen darstellt und ohne Eingriff oder Belehrungen des Staates und der Angst vor dem moralischen Stigma zugänglich ist. Wir wollen aber auch eine Gesellschaft, in der keine Frau psychische Probleme bekommt, weil sie sich ‚verpflichtet‘ fühlt, abzutreiben, nachdem eine Pränataldiagnose die Möglichkeit der ‚Behinderung‘ des späteren Kindes ergeben hat“. Punkt.
 
Mehr Infos gibt es unter no218nofundis.wordpress.com

 

  

Foto: Logo der Aktion "1000 Kreuze in die Spree", Text: Nora Winter

22.09.2009

Kommentare

Zitat aus dem Text: "Ärztinnen und Ärzte, die Abtreibungen durchführen, werden zunehmend kriminalisiert. "

Das ist ja ein Hammer!
Könnten Sie das bitte konkretisieren, wo solche Fälle aufgetreten sind, in den Ärzt_innen wegen der Durchführung einer Abtreibung angeklagt oder bestraft wurden?

Der o.a. Aufruf entsetzt mich. Wie kommt "Mut gegen rechte Gewalt" dazu, zu einer aggressiven Demo gegen Abtreibungsgegner aufzurufen? Diese tun nichts anderes, als friedlich ihre Meinung - die nicht meine ist - kundzutun. Dies ist ihr gutes Recht. Abtreibung ist in Deutschland nach wie vor rechtswidrig, wenngleich straffrei.
MGrG sollte sich nicht vor den Karren einseitiger politischer Propaganda spannen lassen. Zumal inzwischen deutlich wurde, daß die feministischen Demonstrantinnen selbst aggressivst und teilweise gewalttätig vorgingen.
Viele Grüße
JM

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