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Gedenken

Mit dem geplanten Mahnmal für die Opfer der alliierten Bombenangriffe des Februars 1945 in der Busmannkapelle kurbelt die Landeshauptstadt Dresden erneut die Gebetsmühle der Erinnerung. Die Umsetzungspläne der Gedenkstätte zeigen, dass der Opferdiskurs noch lange nicht beendet ist.
Mit der Einweihung eines Denkmals an die ehemalige Synagoge in Eberswalde setzt sich die Stadt mit der Judenverfolgung im Dritten Reich auseinander und erinnert an ihr einst jüdisches Leben.
Durch das vielfältige Engagement der Initiative „Aktives Gedenken“ wird es in Berlin- Friedrichshain endlich ein würdiges Gedenken für den 1992 von Neonazis ermordeten Antifaschisten Silvio Meier geben.
Wie in den vergangenen Jahren planen Neonazis Ende März einen „Trauermarsch“ in Lübeck. Nun gibt es erstmals ein Demonstrationsverbot. Es wird spannend in der Hansestadt.
Die Trauerfeier für die Mordopfer der NSU hat mich beeindruckt. Sie entsprach dem, was man von der Würde dieses furchtbaren Anlasses erwarten konnte. Sie spiegelte für zwei Stunden, was in Deutschland auch Realität sein kann: Eine Kanzlerin, die sich selbst zurücknehmend den richtigen Ton trifft, die richtigen Worte findet und denen Platz für Zorn und Trauer einräumt, die ihn dringend brauchen.
Zeitgleich zur zentralen Gedenkveranstaltung für die Opfer der NSU-Mordserie, auf der Bundeskanzlerin Angela Merkel die Familien der Opfer um Verzeihung bat, beteiligten sich Menschen im gesamten Land an einer Schweigeminute. Das erhoffte "bundesweite Signal" ist gelungen. Und dennoch, ein Signal ist nicht mehr als ein Zeichen, ein Symbol.
Abseits des Neonazi-Aufmarschs und der Proteste dagegen, ist für viele Dresdnerinnen und Dresdner der 13. Februar vor allem der Tag der Bombardierung der Stadt im Jahre 1945. Individuelles Gedenken und kollektiver Opfermythos liegen dabei oft dicht beieinander. Mut-Reporter Lasse Andersson hat sich am zentralen Gedenkort umgehört.
Gemeinsam rufen DGB und BDA zu einer Schweigeminute auf, um den Opfern rechter Gewalt zu gedenken. Eine große öffentliche Anteilnahme könnte das Zeichen der Solidarität sein, das bislang fehlt.