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Neue Website über Orte der Erinnerung

Website Orte der Erinnerung

Ein zentrales Internetportal informiert seit Mitte Juli 2009 über die NS-Gedenkstätten, Museen und Dokumentationszentren in Berlin und Brandenburg. Dort gibt es eine Vielzahl solcher Nachdenkorte, die an die nationalsozialistische Terrorherrschaft erinnern, aber gerade unter jungen Leuten kaum noch bekannt sind. Dies soll sich nun ändern.

Ein solcher zentraler Überblick hat bisher gefehlt. Das neue Web-Angebot bietet nun eine kompakte Übersicht zu den einzelnen Institutionen und Denkmälern, den Öffnungszeiten und Anfahrtsmöglichkeiten. Zudem ist ein ständig aktualisiertes Veranstaltungs- und Ausstellungsverzeichnis zu finden. Darüber hinaus gibt es einen Pädagogikbereich mit Lernangeboten. Eine Suchfunktion ermöglicht, sich auf der Seite gezielte Informationen zu einem Thema zu suchen. Zu den von hier aus ansteuerbaren institutionen gehören unter anderem...


Bislang ist das Onlineportal nur auf Deutsch verfügbar, eine englische Version soll aber bald folgen, betonte der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Johannes Tuchel bei der Einweihung des Portals. Seine Institution hat bis Ende des Jahres die Aufgabe, die Webseite zu betreuen. In der Folge wechselten sich die verschiedenen Institutionen bei der Betreuung ab. Tuchel sagte, die Seite solle Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden, beispielsweise durch umfangreichere Downloads sowie durch die Kooperation mit weiteren Institutionen. Derzeit weist ein Link auf andere Organisationen hin, die sich mit der NS-Zeit beschäftigen.

Zum Beispiel: Das Denkmal zur Erinnerung an homosexuelle Opfer der NS

Die Einträge sind zunächst knapp und übersichtlich, reichen aber dicke aus, sich einen Eindruck zu machen, zumal das Portal gut bebildert ist. Zum Beispiel folgender Eintrag für ein eher unbekanntes Denkmal in Berlin, das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. In der übersichtlichen Beschreibung heißt es:

"Es entstand nach dem Entwurf des dänisch-norwegischen Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset. Den Anstoß für diesen Gedenkort gaben der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) und die Initiative "Der homosexuellen NS-Opfer gedenken".


Denkmal zur Erinnerung an homsexuelle Opfer der NS-Zeit

Bereits 1935 ordneten die Nationalsozialisten die umfassende Kriminalisierung männlicher Homosexualität an. Dazu wurden die im § 175 des Strafgesetzbuches vorgesehenen Bestimmungen gegen homosexuelles Verhalten erheblich verschärft und ausgeweitet. Bereits ein Kuss unter Männern konnte zu Verfolgung führen. § 175 bedeutete Gefängnis oder Zuchthaus. Es gab über 50.000 Verurteilungen. Teilweise konnten die NS-Behörden die Kastration Verurteilter erzwingen. Mehrere tausend Schwule wurden wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslager verschleppt. Ein großer Teil von ihnen überlebte die Lager nicht.

Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2003 gebaut. Es soll die verfolgten und ermordeten Opfer ehren, die Erinnerung an das Unrecht wachhalten sowie ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Lesben und Schwulen setzen.

Der Unterhalt des Denkmals wird aus dem Etat des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert. Das Land Berlin hat das Grundstück zur Verfügung gestellt. Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas übernimmt die weitere Betreuung des Gedenkortes.

www.gedenkort.de – Initiative »Der homosexuellen NS-Opfer gedenken«
www.homo-denkmal.de – Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
www.berlin.lsvd.de – Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.


Anschrift und Öffnungszeiten

Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten HomosexuellenEbertstraße / Ecke Hannah-Arendt-Straße, 10117 Berlin

Das Denkmal ist jederzeit zugänglich.

Besucherservice

Fon: +49-30-26 39 43 36
besucherservice(at)stiftung-denkmal.de
www.stiftung-denkmal.de

Bus 100, 123, 148, 200, M 41, TXL
S-Bahnhöfe: Unter den Linden und Potsdamer Platz, S1, S2, S26
U-Bahnhöfe: Potsdamer Platz und Mohrenstraße, U2"


Der erste Eindruck:

Auf diese Weise ist das neue Portal www.orte-der erinnerung.de ein lohnender Einstieg, um kompakt mehr über die bitteren Folgen der NS-Zeit zu lernen. Was noch fehlt, ist eine Verlinkung in die Jetzzeit, um auch über die aktuellen Nachwirkungen der NS-Ideologie zu informieren. Das könnte der Website einen täglichen Nutzwert verleihen. MUT bietet sich hier gerne als ein Partner an.

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / h.kulick


25.07.2009

Kommentare

...aber gerade unter jungen Leuten kaum noch bekannt sind.

Selbst wenn sie uns bekannt wären, wären sie uns scheiß egal.

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