Viele Jahre hat Dresdens Zivilgesellschaft ohne größere Gegenwehr hingenommen, dass dort Neonazis Mitte Februar ihre mittlerweile größtes Propagandaspektakel veranstalten, um deutschen Weltkriegstoten "die letzte Ehre zu erweisen", wie es in rechten Internetforen heißt und um die deutsche Kriegsschuld zu negieren. Künftig will sich ein bundesweites Bündnis aus Initiativen und Einzelpersonen gegen diese rechtsextreme Propagandashow stellen, bislang blieben lokale Initiativen eher unter sich. In Dresden wurden dazu Mitte Oktober ein Aufruf vorgestellt.
Ein Vorbereitungskreis hat den „AufRuf aus Dresden“ mit über 100 Erstunterzeichnern, aus Politik, Wissenschaft, Kunst, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Initiativen und Kirchen bundesweit initiiert, dazu gehören das Kulturbüro-Sachsen.de, die Amadeu Antonio Stiftung und der DGB. Zur Information wurde eine neue Website gelauncht: www.geh-denken.de
Zu den Erstunterzeichnern gehören Künstler wie Smudo oder Klaus Staeck, Vertreter der großen Religionsgemeinschaften in Deutschland, Wissenschaftler, Initiativvertreter, Gewerkschafter und Politiker, darunter auch Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, SPD-Chef Müntefering, Grünen-Chefin Claudia Roth, die FDP-Politikerin Hildegard Hamm-Brücher, Gregor Gysi von der Linkspartei und die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange. Ende Oktober hatte sich auch der Ministerpräsident a.D. des Freistaats Sachsen, Kurt Biedenkopf, dem Aufruf „GehDenken“ angeschlossen - neben dem Bundespräsidenten a.D., Richard von Weizsäcker, der zweite prominente CDU-Politiker, der den Aufruf unterzeichnet hat. Aber auf Druck der Dresdener CDU zog er seine Unterschrift kurze Zeit später wieder zurück - die wünscht sich als einzige Dresdner Kraft keine Hilfe von außerhalb.
Aufgerufen wird dazu am 14. Februar 2009 in die Sächsische Landeshauptstadt zu kommen und Europas größten Naziaufmarsch zu stoppen – "friedlich und entschlossen". Als Mitmach-Parole gilt beispielsweise: "2009 in Dresden muss es heißen „W I R K Ö N N E N K Ö L N“. In Köln hatten kürzlich mehrere tausend Bürger einfallsreich eine Kundgebung rechtsextremer Parteien aus ganz Europa verhindert.
Der Aufruf im Netz: www.geh-denken.de
Unbedingt mitmarschieren!
Gegen rechte Geschichtsverdrehung!
Aber:
Das heißt auch: nicht selber so flach argumentieren! Die Rüstungs- und Garnisonsstadt Dresden war damals zwar ein legitimes militärisches Ziel. Aber der 13. und 14. Februar 1945 (d.h. die britischen Nacht-Angiffe ausschließlich auf das Zentrum), das war ein Akt des "Moral Bombing", der gezielten Bombardierung von Zivilisten.
Diese Strategie war selbst bei den Allierten höchst umstritten und ihre Wirkungslosigkeit in Bezug auf die Moral der Deutschen längst erwiesen.
Auch deshalb hat Churchill unter dem Eindruck von "Dresden" diese Strategie bald danach verboten. Ende der 40er wurde das "Moral Bombing" in der UN-Charta als Kriegsverbrechen und völkerrechtswidrig eingestuft. Man sollte den Angriff auf Dresden deshalb heute im Rückblick weder mythisch überhöhen noch als Gerechtigkeit noch als logische Konsequenz verbrämen.
"Der 13. Februar 1945 fing am 8. November 1939 an" ?????
Das ist nun wirklich Unsinn. Der Logik nach könnte man auch die US-Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki rechtertigen nach dem Motto "Hiroshima 1945 fing mit (dem japanischen Angriff auf ) Pearl Harbor 1941 an".
Ja: Denken gehen. Unbedingt!
Aber damit bei sich selbst anfangen!
"wurde Dresden im Zuge der Beendigung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bombardiert."
wie kann man nur so einen mist schreiben. pfui teufel... wie kann man nur fortwährend, alle jahre wieder, mit zweierlei maß messen. es gibt nichts, absolut gar nichts, was diese kriegsverbrechen entschuldigt - ganz unabhängig vom massenmord der nazis in den KZs.
vielleicht würde man den rechten den wind aus den segeln nehmen, wenn man in deutschland endlich den mut hätte, auch alliierte kriegsverbrechen zu benennen, statt sie auf diese perverse art und weise schön zu reden.
geht denken, dem schließe ich mich an. ihr seid eine schande für jeden ernsthaften linken.