Die Gegendemonstranten machten indes im Stadtzentrum deutlich, dass sie rechtsextremes Gedankengut nicht akzeptieren wollen. Den Auftakt ihres Protestes machte eine Versammlung auf dem Museumsplatz vor dem Geraer Kultur- und Kongresszentrum, an der sich Politiker der im Stadtrat vertretenen Parteien Die Linke, CDU, SPD sowie „Arbeit für Gera“ beteiligten. Auch Mitglieder von FDP und Bündnis 90/Die Grünen waren mit einem Stand vor Ort. Sprecher des Runden Tisches für Toleranz und Menschlichkeit betonten, in Gera sei kein Platz für Rechtsextreme. „Wir müssen an diesem heutigen Tag, aber auch das ganze Jahr über zeigen, dass wir diese Menschen hier nicht haben wollen“, sagte Oberbürgermeister Norbert Vornehm (SPD). „Egal unter welchem Firmenschild sie auftreten, es sind alte und neue Nazis, in jedem Fall Menschen, die wir hier nicht gebrauchen können.“
Um das deutlich zu machen, zogen die Demonstranten am Nachmittag Richtung Spielwiese. Auf der Brücke über die Weiße Elster, auf der Straße des Friedens, kamen sie zum Stehen. Mehr als „Nazis raus“-Rufe drangen jedoch nicht zu den hermetisch abgeschirmten Neonazis durch. Ohne größere Ausschreitungen ging es schließlich wieder zurück in die Innenstadt. Nur für einige Eierwürfe und Vermummungsdelikte erteilte die Polizei einige Platzverweise. Die Situation blieb ruhig. Zu ruhig? Sind 750 Rechtsextreme, die jedes Jahr nach Gera kommen, die Aufregung nicht mehr wert ? Es scheint, als sehe ein Großteil der Geraer Bevölkerung das so. OB Vornehm sei stolz gewesen auf die Zahl von 500 Gegendemonstranten, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk. Eine Frage der Perspektive, ob es sich lohnt, bereits auf so wenig Unterstützung stolz zu sein.
Wir wahren 100% 700 Gegendemonstranten. Viele Bürger von Gera sind etwas später in die Demo gekommen.
Nazis. Raus!