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    Dresden 2010 - Was ist wann und wo?

    Es ist schon viel über die Geschehnisse am Wochenende des 12. und 13. Februar über Dresden berichtet worden. Doch was genau ist wann und wo geplant? Welche Beteiligungsmöglichkeiten am Gegenprotest zur größten Alt- und Neonazidemonstration Europas gibt es?
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    Vergangenes Wochenende brannte das „Haus der Demokratie“ in Zossen vollständig ab. Ein 16jähriger mit rechtsextremem Hintergrund gestand die Brandstiftung. Schon seit der Eröffnung wird die Initiative von Neonazis bedroht. Wie macht die Initiative „Zossen zeigt Gesicht“ nun weiter? Wie verhält...
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    Schatten der Vergangenheit

    Am 27. Januar ist internationaler Holocaustgedenktag. 65 Jahre ist es her, dass das Vernichtungslager Auschwitz befreit wurde. Viele Gedenkveranstaltungen finden statt. Schon 1959 sagte Theodor W. Adorno: „Aufgearbeitet wäre die Vergangenheit erst dann, wenn die Ursachen des Vergangenen beseitigt...
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    Spontane Proteste gegen Razzien

    Am Dienstagnachmittag wurden bei Razzien der Polizei in Dresden und Berlin tausende Plakate und Flyer des Bündnisses „Nazifrei – Dresden stellt sich quer“ beschlagnahmt. Am Abend fanden in mehreren Städten spontane Proteste statt.
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    Berliner Bezirke gemeinsam gegen Rechtsextremismus

    Im Kampf gegen Rechtsextremismus werden alle zwölf Berliner Bezirke in Zukunft ihre Kräfte bündeln und einheitlich vorgehen. Im Anschluss an einen Fachaustausch im Roten Rathaus stellten gestern stellvertretend vier Bezirksbürgermeister/innen eine entsprechende gemeinsame Erklärung vor.
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    "Wir sind keine Tiere"

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    Am 13. Februar in Dresden – Erinnern und Handeln

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Die Stille von Gera

Demonstranten in Gera
Eine Ruhe ohne Sturm: Ungestört konnten 750 Rechtsextreme am 19. Juli in Gera ihr jährliches „Rock für Deutschland“-Konzert zelebrieren. Protest gab es nur von rund 500 Gegendemonstranten, die unter dem Motto „Gera – bunt, tolerant und weltoffen“ auf die Straße gingen. Vielleicht ist das besser als gar kein Widerstand, und doch ist es ein zahlenmäßiges Armutszeugnis für die mit 101.600 Einwohnern immerhin drittgrößte Stadt Thüringens.

Von Madeleine Warsitz

Gera ist seit Jahren fester Anlaufpunkt vieler Rechtsextremer. Sie scheinen zu wissen, dass die Gegenwehr sich hier. in Grenzen hält. „Rock für Deutschland“, eine politische Rechtsrock-Veranstaltung mit Bands und Rednern aus der Szene, zog am Samstag zum sechsten Mal zahlreiche Neonazis in die Ostthüringer Stadt. Idyllisch am Ufer der Weißen Elster gelegen, bot die sogenannte Spielwiese ein unwirkliches Bild für die Zusammenrottung der Rechtsaußen. In „Landser“-, „Thor Steinar“- und „Alpha Industries“-Klamotten weilten sie seelenruhig auf Holzbänken und im Gras. Bratwurst und Köstritzer Schwarzbier gab es auch dazu.

neonazis in geras park
Die Gegendemonstranten machten indes im Stadtzentrum deutlich, dass sie rechtsextremes Gedankengut nicht akzeptieren wollen. Den Auftakt ihres Protestes machte eine Versammlung auf dem Museumsplatz vor dem Geraer Kultur- und Kongresszentrum, an der sich Politiker der im Stadtrat vertretenen Parteien Die Linke, CDU, SPD sowie „Arbeit für Gera“ beteiligten. Auch Mitglieder von FDP und Bündnis 90/Die Grünen waren mit einem Stand vor Ort. Sprecher des Runden Tisches für Toleranz und Menschlichkeit betonten, in Gera sei kein Platz für Rechtsextreme. „Wir müssen an diesem heutigen Tag, aber auch das ganze Jahr über zeigen, dass wir diese Menschen hier nicht haben wollen“, sagte Oberbürgermeister Norbert Vornehm (SPD). „Egal unter welchem Firmenschild sie auftreten, es sind alte und neue Nazis, in jedem Fall Menschen, die wir hier nicht gebrauchen können.“

Um das deutlich zu machen, zogen die Demonstranten am Nachmittag Richtung Spielwiese. Auf der Brücke über die Weiße Elster, auf der Straße des Friedens, kamen sie zum Stehen. Mehr als „Nazis raus“-Rufe drangen jedoch nicht zu den hermetisch abgeschirmten Neonazis durch. Ohne größere Ausschreitungen ging es schließlich wieder zurück in die Innenstadt. Nur für einige Eierwürfe und Vermummungsdelikte erteilte die Polizei einige Platzverweise. Die Situation blieb ruhig. Zu ruhig? Sind 750 Rechtsextreme, die jedes Jahr nach Gera kommen, die Aufregung nicht mehr wert ? Es scheint, als sehe ein Großteil der Geraer Bevölkerung das so. OB Vornehm sei stolz gewesen auf die Zahl von 500 Gegendemonstranten, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk. Eine Frage der Perspektive, ob es sich lohnt, bereits auf so wenig Unterstützung stolz zu sein.

Gegenversammlung in Gera
Zumal es nicht allein Geraer Einwohner waren, die protestierten. „Von 500 Demonstranten sind vielleicht 200 aus Gera“, spöttelte ein Teilnehmer, der aus Jena angereist war. Tatsächlich waren die Züge nach Gera am Samstag gut gefüllt mit jungen Leuten, die offenkundig dem linken Spektrum zuzurechnen waren. Da auch zahlreiche Neonazis mit der Bahn kamen, hatten Polizeibeamte in den Zügen gut zu tun, um gewalttätige Auseinandersetzungen zu verhindern.

Für die Organisatoren von „Gera – bunt, tolerant, weltoffen“ sind die geringen Teilnehmerzahlen eine Watschen – schließlich hatten sie im Vorfeld ausgiebig für den Demokratie-Tag geworben. Überall im Stadtbild wiesen Plakate auf die Veranstaltung hin, regionale Medien hatten berichtet. Tausende Menschen in Einkaufslaune strömten an diesem Samstag durch die Innenstadt. Und doch blieben nur wenige auf dem Bürgerfest hängen. Das Desinteresse, es ist nach wie vor ein Problem Geras. Gerade Ende 2007 haben nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Bürger in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Empfehlungen für die Bekämpfung des Rechtsextremismus in ihrer Stadt erarbeitet. Die Bürgerkonferenz forderte eine Stärkung des Runden Tisches, mehr Aufklärung über Rechtsextremismus, Arbeitsplätze und Dass ein Dreivierteljahr nach Veröffentlichung der Ergebnisse noch viel zu tun ist, hat sich am 19. Juli gezeigt.

Drohen Thüringen sächsische Verhältnisse? (MUT, 1.7.2008)
Warum haben Rechte in Thüringen so viel Zulauf? (MDR, 21.7.)
Anfang August Neonazi-Konzert in Greiz? (indymedia, 20.7.)
Thüringens CDU will mehr Engagement (stoerungsmelder, 8.7.)

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / Fotos: Warsitz


21.07.2008

Kommentare

Wir wahren 100% 700 Gegendemonstranten. Viele Bürger von Gera sind etwas später in die Demo gekommen.
Nazis. Raus!

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