Was haben ein Konzert von Konstantin Wecker in Halberstadt, ein Fußballspiel für Toleranz mit Energie Cottbus in Storkow sowie die Vorführung des Films “Inglourious Basterds” in Hoyerswerda gemeinsam? Ganz einfach: Diese kulturellen Veranstaltungen wurden nach Drohungen abgesagt.
“Wenn ein Film hochgejubelt wird und binnen weniger Tage mehr als 1,5 Millionen Menschen in die Kinos lockt, stellt sich die Frage, warum Hoyerswerda (wir erinnern uns!) ihn nur drei Tage lang zeigt und dann die Ausstrahlung (offiziell) „wegen technischer Probleme“ einstellt”, schreibt der Wochenkurier. Insgesamt neun Mal sei “Inglourious Basterds” im Kino Hoyerswerda gezeigt worden, berichtet das Blatt. Am 23. August, eine Stunde vor der zehnten Aufführung, meldete sich den Angaben zufolge ein Anrufer bei einer Kino-Mitarbeiterin: “Wenn der Film nicht abgesetzt wird, fliegt die Bude in die Luft.”
Polizeipressesprecher Uwe Horbaschk bestätigte dem Blatt: “Ein noch unbekannter Mann teilte in dem Anruf mit, dass er Brandsätze ins Kino schmuggeln werde. Die Polizei rückte sofort aus und hat das Kino zusammen mit dem Kinochef Gerd Sprecher abgesucht. Danach wurde der Saal verschlossen und den bereits wartenden Gästen erklärt, dass der Film wegen technischer Probleme nicht gezeigt werden kann. [...] Wir schließen nicht aus, dass es sich hier um einen Anrufer aus der rechten Szene handelt.”
Der Vorfall sorgte vorerst für keine öffentliche Debatte. “Der richtige Weg wäre, öffentlich darüber zu sprechen, ansonsten gerät man in eine Form der Erpressbarkeit“, sagte Roland Huth von der Initiative Zivilcourage Hoyerswerda gegenüber dem Wochenkurier. Offenbar muss die Drohung ernst genommen werden, denn Huth meinte, er könne nachvollziehen, dass das Kino den Film abgesetzt habe.
Und der Kino-Betreiber betonte, der Film laufe in der knapp 40.000 Einwohner zählenden Stadt Hoyerswerda ohnehin nicht, da er den “Touch eines Kunstfilmes” habe. Rein zufälligerweise sei der Film auch noch defekt gewesen, so dass man sich für die Absetzung entschieden habe. Und die Neonazis können sich einmal mehr darüber freuen, mit Drohungen das kulturelle Leben weiter beschnitten zu haben.
Text übernommen von NPD-BLOG.INFO