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  • Meldungen

    Veröffentlichung der Jahresstatistik 2009 über rassistische und rechtsextreme Vorfälle in Berlin

    Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von ReachOut, der Berliner Opferberatungsstelle und den bezirklichen Registern wurden am 9. März die Zahlen und Hintergründe rassistisch, antisemitisch, homophob und rechtsextrem motivierter Vorfälle und Übergriffe im Jahr 2009 vorgestellt. Insgesamt nahmen...
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  • Meldungen

    Projekte vernetzen sich gegen Neonaziübergriffe in Berlin

    In Berlin häufen sich Neonaziübergriffe. Schon Ende vergangenen Jahres gab es eine Angriffswelle auf verschiedene Initiativen und kulturelle Einrichtungen in Berlin-Neukölln. Seit Beginn 2010 werden in ganz Berlin nahezu wöchentlich Scheiben eingeschlagen oder bedrohende Graffiti gesprüht. Selbst...
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  • Meldungen

    „Trauermärsche“ ohne Ende

    Der rechtsextreme Opferkult geht nach den „Trauermärschen“ in Magdeburg, Dresden und Cottbus in eine neue Runde. Heute vor 65 Jahren wurde Chemnitz bombardiert, und erneut nehmen Neonazis einen Jahrestag zum Anlass, um Geschichtsrevisionismus zu verbreiten und den Holocaust zu relativieren. Und...
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  • Chronik der Gewalt

    149 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990

    Liste aktualisiert. Seit der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 bis Ende 2009 sind nach Recherchen der MUT-Redaktion und des Opferfonds CURA 149 Menschen durch die Folgen menschenfeindlicher Gewalt ums Leben gekommen. Viele Fälle bleiben in den offiziellen Statistiken unerwähnt oder...
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  • Meldungen

    Eberswalde: Neonazis shoppen ungestört

    Seit fünf Jahren gibt es im brandenburgischen Eberswalde den „Army-Shop“. An dem Laden, der in der rechtsextremen Szene beliebte Kleidungsmarken anbietet, stört sich kaum noch jemand. Die Stadt sieht keine Handhabe, die Landtagsabgeordnete fordert den Verfassungsschutz. Dabei wäre der Stadt eine...
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  • Meldungen

    Ist jetzt alles gut?

    Der größte Aufmarsch von Rechtsextremen in Europa nach Ende des Zweiten Weltkrieges sollte es werden. Doch daraus wurde nichts. Mehrere Blockaden um den Neustädter Bahnhof hinderten am 13. Februar in Dresden die rund 5000 angereisten Neonazis am Marschieren. Ein breites Gegenbündnis hatte sich...
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  • Reportagen

    Dresden im Februar: "Störungen im Stadtgebiet"

    Seit Jahren gelang es Alt- und Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens durch die Stadt zu marschieren. Doch diesmal wurde der Aufmarsch erfolgreich blockiert. Eine Reportage.
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  • Reportagen

    Geschichtsrevisionismus unter dem Deckmantel des Gedenkens in Magdeburg

    Nicht nur in Dresden ist ein nationalistischer Opferkult seitens neonazistischer Gruppierungen zu beobachten. Auch in Magdeburg demonstrieren jährlich Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung der Stadt, dem 16. Januar. Und es werden immer mehr Teilnehmer, die den Zusammenhang zwischen deutschem...
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  • Meldungen

    Am 13. Februar in Dresden: Erinnern & Handeln

    Am 13. Februar in Dresden: Erinnern & Handeln Friedensgebet für alle Menschen guten Willens Mit einem „Friedensgebet für alle Menschen guten Willens“ wollen Initiativen aus Kirchen und Zivilgesellschaft am 13. Februar 2010 an die NS-Vergangenheit Dresdens, die Opfer der Schoa und die...
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  • Chronik der Gewalt

    Die letzte Konsequenz

    Es ist die extremste Manifestation eines Menschenbildes, das auf Ungleichwertigkeit basiert. Nicht nur diskriminieren, nicht nur vertreiben, nicht nur verletzen – vernichten wollten die Verantwortlichen für die tödlichen Angriffe auf Migrantinnen und Migranten, Obdachlose oder linke Jugendliche....
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Der Möchtegern-Hitler

Mahmud Amadinedschad in Genf

Mit einem Eklat begann am Montag die Anti-Rassismus-Konferenz der UN. Viele Delegierte gingen demonstrativ aus dem Saal, als Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad seinem Antisemitismus freien Lauf ließ. Deutschland hatte sich kurzfristig zum Boykott der Konferenz durchgerungen. Kritik daran kam von den Grünen. Abstinenz sei der falsche Weg.

Mehr als 40 Delegierte europäischer Staaten verließen am Montag (den 20.4.2009) auf der Anti-Rassismus-Konferenz in Genf unter Protest den Sitzungssaal. Anlass war der scharfe Antisemitismus des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. In einer hasserfüllten Rede bezeichnete er Israel als das "grausamste und rassistischste Regime". Der Staat Israel sei unter dem "Vorwand jüdischen Leidens" im Zweiten Weltkrieg gegründet worden, leugnete er erneut indirekt den Holocaust. Eine ganze Nation sei heimatlos geworden, meinte er unter Hinweis auf Palästina. "Zionisten" und ihre Verbündeten hätten den Krieg im Irak geplant. Der Zionismus sei der "personifizierte Rassismus". Dies müsse man "ausmerzen". Demagogie im Stile Adolf Hitlers.

Seine Rede wurde von mehreren Demonstranten mit Rufen wie "Schande" und "Rassist" unterbrochen. Andere applaudierten frenetisch (Video). Rund 100 Mitglieder vor allem proisraelischer und jüdischer Gruppen hinderten Ahmadinedschad später an der Teilnahme einer Pressekonferenz.

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy protestierte scharf gegen die Rede Ahmadinedschads. Er verurteile "diese Hassrede vollständig", erklärte Sarkozy. Er rief die EU zu einer "Reaktion von äußerster Entschlossenheit" auf. Ahmadinedschad rufe zum Rassenhass auf, er verhöhne die Ideale und Werte, die in der universellen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben seien, sagte Sarkozy. Außenminister Bernard Kouchner nannte die Aussagen des iranischen Präsidenten "inakzeptabel".

Deutschland boykottiert

Deutschland und die USA hatten dies vorhergesehen und die Konferenz  boykottiert - sich für diesen Entschluss aber lange Zeit gelassen. Seine Entscheidung teilte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erst am Vorabend der Eröffung nach einer Telefonkonferenz mit mehreren EU-Amtskollegen in Berlin mit. Sie sei ihm "nicht leicht gefallen", sagte er. Aus Sicht der Bundesregierung sei zu befürchten, "dass diese Konferenz ebenso wie die Vorgängerkonferenz im Jahr 2001 als Plattform für andere Interessen missbraucht wird". Dabei gehe es um einseitige Kritik an Israel. Steinmeier fügte hinzu: "Das können wir nicht akzeptieren."

Neben Deutschland lehnten auch Italien, die Niederlande und die USA eine Teilnahme ab, ausschlaggebender Grund seien antisemitische Formulierungen zum Thema Israel auch im geplanten Abschlussdokument. Dessen Schlussfassung war am Freitag zuvor ausgehandelt worden. Die Organisatoren hätten darauf bestanden, "heuchlerische" Rassismus-Vorwürfe gegen Israel zu präsentieren, begründete US-Präsident Barack Obama seine Haltung. In der am Dienstag bereits verabschiedeten Schlussfassung des umstrittenen Dokuments konnten die Europäer allerdings viele ihrer Ziele durchsetzen: Israel wird nicht namentlich erwähnt. Die Erinnerung an den Holocaust wird festgeschrieben. Die islamischen Staaten ließen ihre Forderung fallen, die „Verleumdung des Islam“ unter Strafe zu stellen.

Dennoch blieben Deutschland und die Niederlande fern.  Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen begründete seine Absage damit, einige Staaten versuchten, die UN-Konferenz zu missbrauchen. Gemeint sind überwiegend die islamischen Länder. Sie wollten religiöse Anschauungen über Menschenrechte stellen. Ausgerechnet von Ländern, "die auf dem Gebiet der Menschenrechte selbst noch viel zu tun haben", werde versucht, "einseitig Israel auf die Anklagebank zu setzen", erklärte er.  Wasser auf diese Mühlen goss Irans Staatspräsident Ahmadinedschad,  der wiederholt den Holocaust geleugnet hat. Am Sonntag sagte er laut iranischem Fernsehen vor seinem Aufbruch nach Durban, "die zionistische Ideologie und das zionistische Regime sind die Fahnenträger des Rassismus".

Abstinenz der richtige Weg?

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte und Gastgeberin der Konferenz, Navi Pillay, äußerte sich "schockiert und tief enttäuscht" über den Boykott. Auch aus Deutschland kam Kritik. Die außenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen, Kerstin Müller, kritisiert die Entscheidung der Bundesregierung. Es sei „einmalig“, dass Deutschland einer Konferenz der Vereinten Nationen fernbleibt. Damit schade Deutschland der Menschenrechtsdebatte und schwäche langfristig auch seine Position in der UN, sagte Müller dem Berliner Tagesspiegel. Der letzte Entwurf für die Abschlusserklärung zeige, dass der Druck der Europäer „sehr viel verändert hat“. Das jetzige Dokument sei „kein Grund, die Konferenz zu boykottieren“. Damit überlasse man das Forum nur den Holocaust- Leugnern.

Der Vizefraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, kritisierte es als „bizarr“, wie das Auswärtige Amt vom Kanzleramt gezwungen worden sei, „einen jahrelang bewährten Kurs in der Menschenrechtspolitik“ aufzugeben. "Die Bundesregierung muss an der UN-Konferenz gegen Rassismus teilnehmen", forderte Trittin. Eine antisemitische und überzogen Israel-kritische Schlusserklärung müsse verhindert werden. "Dieses Ziel erreicht die Bundesregierung aber nicht durch Abstinenz, sondern nur durch Teilnahme", sagte er. Zuvor hatten allerdings auch mehrere deutsche NGOs einen Boykott gefordert (MUT vom 13.3.2009), ebenfalls eine Reihe internationaler NGOs (blick, 19.4.)

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat indessen den Verzicht Deutschlands auf die Teilnahme begrüßt. "Viel zu oft haben Länder wie Iran, Libyen und Kuba diese Plattform der Vereinten Nationen für ihre eigene demokratiefeindliche Politik nützen dürfen", kritisierte Präsidentin Charlotte Knobloch. "Es ist ein mutiger Schritt der Bundesregierung, die Teilnahme an der Anti-Rassismus-Konferenz abzusagen und somit ein wirkliches Zeichen gegen Rassismus und Antisemitismus zu setzen." Der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann, äußerte zugleich heftige Kritik an der Europäischen Union: "Dass Europa sich hier so uneinig zeigt, ist eine Schande."

Denn anders als Deutschland schickten Großbritannien, Frankreich und auch der Vatikan Vertreter zu der Tagung nach Genf, insgesamt 23 der 27 EU-Staaten nehmen teil. Frankreich hatte sich erst in letzter Minute zur Teilnahme entschlossen. Laut Angaben von Außenminister Bernard Kouchner werde der französische Vertreter die Veranstaltung aber sofort verlassen, falls sie zu einer Plattform für rassistische Äußerungen gegenüber Israel werden sollte - dazu kam es dann auch bei der Rede Ahmadinedschads.

Es ist das erste Mal, dass Deutschland eine Konferenz der Vereinten Nationen boykottiert. Heftige Angriffe auf Israel waren der Grund, weshalb schon die erste "Weltkonferenz gegen Rassismus" 2001 in Durban mit einem Eklat endete. Die Delegationen der USA und Israels reisten damals vorzeitig ab.

Die UN-Konferenz soll noch bis zum 25. April dauern. Nach Angaben der Vereinten Nationen hatten 35 Staaten ihre Teilnahme zugesagt. Steinmeier appellierte jetzt an alle Teilnehmer der Konferenz, sich zur wirksamen Bekämpfung von Rassismus und Rassendiskriminierung zu bekennen: "Wir werden den Konferenzverlauf als Beobachter sehr genau verfolgen. Wir werden uns weiterhin eng mit unseren EU-Partnern abstimmen und behalten uns vor, zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv teilzunehmen."

"Ich finde den Boykott absolut richtig", gab auch die Extremismusexpertin der CDU-Bundestagsfraktion, Kristina Köhler Steinmeier Rückdeckung. Auf die Frage von Spiegel Online, ob man durch die Absage den Kritikern Israels nicht kampflos das Feld überlassen würde, sagte die CDU-Politikerin: "Wir sollten ruhig mal die Ahmadinedschads dieser Welt unter sich lassen."


Zum Thema:

Abschlussdokument verabschiedet (tagesspiegel, 21.4.)

Broder-Kommentar (spiegel.de, 21.4.)

Delegierte verlassen Saal bei Ahmadinedschad-Rede (stern.de-Video 20.4.)

Wachsender Antisemitismus unter Jugendlichen - ein Gespräch mit Levi Salomon (taz, 20.4.)

Schweizer Präsident traf Ahmadinedschad (blick, 19.4.)

Im MUT-Interview:
Außenminister Steinmeier über Rechtsextremismus


www.mut-gegen-rechte-gewalt.de - Quellen: dpa/Reuters/stern/tagesspiegel/spiegel/sz - Foto: stern.de / hk


16.04.2009

Kommentare

Ich finde die Länder die nicht teilnahmen dort sind doch dann selber Rassistisch wozu wird die Konferenz gemacht um darüber offen zu diskutieren doch die heutigen regierungen treffen sich ja lieber im geheimen und beschliesen die gesetze im parlament keiner fragt den bürger!Warum?

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