Die Jugendorganisation 'solid traf sich in dem Sommercamp von Donnerstag bis Sonntag. Der Überfall sei erst passiert, nachdem die Nachtwachen nach Sonnenaufgang schon abgezogen worden seien, sagte der Solid-Regionalsprecher Markus Lange am Montag der tageszeitung taz. Wachen seien eingesetzt worden, nachdem schon in der vergangenen Woche Neonazis vor dem Camp aufgetaucht seien und Fotos von den Anwesenden gemacht hätten.
Den Ermittlungen zufolge hatten die rund 50 Mitglieder des Sommercamps der Jugendorganisation der Linken am Samstag in Schwalmstadt-Treysa gegen rechte Gewalt demonstriert. Dabei sollen Rechtsextremisten provoziert haben, unter ihnen der 19-Jährige, wie Jung weiter mitteilte. Die Polizei nahm die Personalien der Störer auf. Am nächsten Morgen wurde dann das Camp angegriffen.
Der brutale Angriff auf wehrlos schlafende Jugendliche zeige "die skrupellose Brutalität, mit der Neonazis Andersdenkende verfolgen", erklärte ein Sprecher der Linkspartei. Die hessischen GRÜNEN forderten politische Konsequenzen. Die geschäftsführende Landesregierung müsse endlich anerkennen, "dass der Rechtsextremismus auch in Hessen ein gravierendes Problem darstellt und umfassende Gegenmaßnahmen durchzusetzen sind". Die Grünen fordern ein stärkeres Augenmerk der Polizeiarbeit gerade im ländlichen Raum auf den Bereich Rechtsextremismus, eine intensive Schulung der Polizisten sowie eine zentrale Stelle zur Bekämpfung des Rechtsextremismus in der Staatskanzlei und eine gezielte Präventionsarbeit.
"Dieser Überfall ist der traurige Höhepunkt einer ganzen Reihe von schlimmen Vorfällen in Nordhessen", stellt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Tarek Al-Wazir, fest und weist auf mehrere andere Überfälle und das Führen so genannter "schwarzer Listen" hin, auf denen Gegner von Neonazis aufgeführt sind. "Hier muss das staatliche Gewaltmonopol durchgesetzt werden und dem offensichtlichen Bestreben der Neonazis, in bestimmten Gegenden die Oberhand zu gewinnen, offensiv vom Staat, aber auch von der Bevölkerung entgegengetreten werden.
Al-Wazir fordert die CDU darüber hinaus auf, mit der Dämonisierung der Linkspartei aufzuhören. "Wir alle sollen und müssen uns inhaltlich und sachlich mit den Positionen der Linkspartei auseinandersetzen". Wer sie allerdings immer wieder mit Neonazis gleichsetze, der begehe einen schweren Fehler."
CDU sieht keinen Handlungsbedarf
Auch SPD und LINKE forderten ein entschiedeneres Vorgehen der Landesregierung gegen Neonazis. "Der Überfall in Neuental steht für uns im Kontext mit weiteren Übergriffen gegen Jusos oder andere kritische Jugendliche", sagte SPD-Sprecher Frank Steibli. "Wir erwarten, dass die Landesregierung einer solchen Entwicklung den Kampf ansagt."
Die Linkspartei erklärte, es gebe an verschiedenen Orten in Hessen organisiert auftretende Neonazis. Es sei höchste Zeit, dass dies auch die hessische Polizei zur Kenntnis nehme. Die hessische CDU bezeichnete den Überfall als verabscheuungswürdig und nicht hinnehmbar, warnte aber davor, den Vorfall für "platte parteipolitische Zwecke" zu instrumentalisieren.
Landesregierung, Polizei und Verfassungsschutz bekämpften den Rechtsextremismus in Hessen bereits wirkungsvoll, sagte der CDU-Innenpolitiker Peter Beuth. Dies lasse sich auch daran ablesen, dass die Zahl der rechten Gewalttaten in Hessen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liege. Die FDP erklärte, die hessische Polizei habe den Überfall von Neuental rasch aufgeklärt und dadurch bewiesen, dass sie auf dem rechten Auge nicht blind sei.
13-jährige bei Überfall auf Ferienlager schwer verletzt
Rechter Schläger mit Beil am 2.2.2003 fotografiert in Amöneburg bei Wiesbaden
Hallo,
ich bin erschüttert über die Gleichgültigkeit der Medien und Politiker. Wo bleibt die Springer -Presse wo der BRF der stündlich einen Mordversuch an einen Rentner bekannt gab. Wieso ist der Neonazi nicht wegen versuchten Mords festgenommen. Fehlen die spektakulären Videoaufzeichnungen?
Ein Schelm der schlechtes dabei denkt!
Wo ist der Aufschrei der Bürger. Auf einen schlafenden Menschen einschlagen der einen nichts aber auch garnichts getan hat.
Barbara
Weder auf Rentner noch auf Schlafende einprügeln ist schön, ob mit oder ohne Video-Aufnahme... SIC!
Ja, ich warte auch auf die Entrüstung der CDU!
Ein schlafendes Kind scheint irgendwie nicht so wichtig….
Es ist unfassbar wie hier reagiert und argumentiert wird.
Quelle: Frankfurter Rundschau (http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?em_cnt=1371393)
"Die CDU nannte den Angriff "verabscheuungswürdig und nicht hinnehmbar", seine Instrumentalisierung durch die Linkspartei sei aber unwürdig und verwerflich."
Da fehlen mir echt die Worte!
Für mich ist das ein klarer fall.
Unserer Rechtssystem ist gegenüber "Rechtsradikalen" positiv eingestellt. Ich habe jegliches Vertrauen in die Executive und Judikative verloren.
Ich selbst bin mehrmals Opfer gewesen von Rechtsradikalen und schon damals hat man mir nicht geglaubt.
Es gibt nur eine Lösung gegenüber Nazis: "Selbstjustitz mit und ohne Waffen."
Der Überfall hatte die im Strafgesetzbuch § 211 definierten Merkmale des versuchten Mords.
Derartige Überfälle sind hier nicht selten. Allein ich habe etliche dieser Art durchstehen müssen.
Die Täter kommen praktisch immer, wenn man schläft.
Es gehört viel Glück und Abwehr dazu derartige Überfälle ohne größere Verletzungen zu überleben.
Üblich in Hessen ist, dass große Teile des politischen Apparats, der Justiz und der Polizei diese Überfälle bagatellisieren und jegliche Berichterstattung in den Massenmedien zu verhindern suchen. Es kommt fast nichts durch. Schließlich werden die Opfer der Gewalt mit fingierten Strafverfahren als Lügner diskreditiert. Eine besondere Vorreiterrolle spielt dabei die Marburger Justiz.
Ich habe zu dem aktuellen Fall einige Links gesammelt.
http://bloegi.wordpress.com/2008/07/22/totschlager-aus-dem-herrschaftsgebiets-des-staatsanwalts-zmyj-kobel/
Ulrich Brosa