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Debatte

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    Dirk von Lowtzow zum antisemitischen deutschen Süppchen: "Lasst es uns gemeinsam versalzen!"

    Zum Start der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2009 findet Tocotronic-Sänger Dirk von Lowtzow klare Worte. Er kritisiert das „Wir-sind-wieder-wer-Gefühl“ und stellt wie Hannah Arendt fest, dass man vor dem Antisemitismus nur noch auf dem Mond sicher sei.
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    „Heil Hitler“ darf ich als Linker sagen! Oder?

    Wenn Apfelfrontler in ihrem Nazigehabe aufgehen, das Juso-Projekt „Endstation Rechts“ zum Hitlergruß ansetzt und Naziästhetik links neu aufgezogen wird, wünscht man sich eine kritische Reflexion dessen. Ein Einwurf von Sebastian Brux
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    Die DDR war in jeder Hinsicht grau

    Liebe Leserinnen und Leser, im November dieses Jahres kommt unweigerlich die Frage auf Sie zu, wo genau Sie am Tag des Mauerfalls waren. Im Osten? Im Westen? Haben Sie geschlafen? Gefeiert? Haben Sie sich gefreut oder waren Sie erschrocken? Worüber haben Sie gesprochen?
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    Links – Rechts – immer geradeaus

    Der Vergleich zwischen rechtsextremistischer und sogenannter linksextremistischer Gewalt ist gefährlich! Ein Kommentar von Jörn Menge von der Kampagne "Laut gegen Nazis"
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    "Ein angemalter Weißer ist kein Schwarzer"

    Der Wallraff-Film "Schwarz auf Weiß" sorgt bundesweit für Aufsehen und Kritik. Die Schwarze Autorin Noah Sow wirft Wallraff im Interview mit tagesschau.de vor, er äffe Minderheiten nach. Ihrer Meinung nach sei das Wissen über Alltagsrassismus längst präsent.
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    "Rassismus bleibt Rassismus"

    Stephan J. Kramer bezieht zu seinem Hitlervergleich Stellung, der im Zusammenhang mit den migrantenfeindlichen Äußerungen über in Berlin lebende Türken und Araber des früheren Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin (SPD) fiel.
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    Wo geht's nach der Wahl hin?

    Liebe Leserinnen und Leser, eine gute Nachricht: Die Wahlen sind vorbei! Und damit auch das Klagen darüber, wie langweilig dieser Wahlkampf war, was für viele die eigentliche Kernfrage
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  • Interviews

    Antirassismus heißt ein Leben lang Lernen

    Noah Sow ist Schriftstellerin, Sängerin, Medienkritikerin und Vorsitzende der ersten antirassistischen deutschen Media-Watch-Organisation „der braune mob e.V.“. Heute erscheint das neue Album „OUT NOW!“ ihrer Band NOISEAUX. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen mit Rassismus.
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    Piraten auf Kurssuche

    Die Piratenpartei ist erneut in der Kritik. Andreas Popp, der Vize-Bundesvorsitzende, gab der "Jungen Freiheit" ein Interview und entschuldigt sich nun: Ihm war die Zeitung nicht bekannt. Dazu ein Kommentar von Frédéric Valin von Spreeblick.com
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    Sex! Hitler!

    Der Verein Regenbogen e.V. hat in der vergangenen Woche mit einem Video zur Aidsprävention mediales Interesse erregt. Der Grund: Es zeigt Hitler beim Sex.
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Tibor Sturms Albtraum

Tibor Sturm aka QuietStorm

Sind Gerechtigkeit und Recht in Deutschland dasselbe? Nicht mehr für Tibor Sturm. Der unter dem Namen Quiet Storm bekannte fränkische Rapper sitzt seit Mitte Juli eine siebenmonatige Haftstrafe ab. Nach Ansicht des Richters hatte er sich des Straftatbestandes des Notwehrexzess schuldig gemacht, als er im Dezember 2005 von sechs Neonazis angegriffen worden war. Er hatte sich gewehrt und dabei einen der Angreifer schwer verletzt. Es war nicht seine Absicht gewesen. Er hatte lediglich um sein Leben gekämpft.

Von Christopher Egenberger

An einem kühlen und regnerischen Dezembertag 2005 war es geschehen. In der Nähe des ehemaligen Reichparteitaggeländes in Nürnberg. Tibor Sturm kam von einer Abschiedsparty für einen Freund, der aus Deutschland abgeschoben werden sollte. Auf einem spärlich beleuchteten Waldweg wurde er von sechs Neonazis angegriffen. Zunächst lief er davon, doch in dem Augenblick, an dem er stehen blieb, traf ihn schon die erste Faust im Gesicht. Eine derartige Situation kann kaum nachempfinden, wer so etwas noch nicht selbst erlebt hat. Tibor Sturm konnte kaum etwas sehen. Er wusste nicht, woher der nächste Schlag kommen würde. Er hörte lediglich die Atmung der Anderen, ihre Bewegungen und das rechte Kampfgeschrei.

Er fiel ins unbeleuchtete Gras neben dem Weg. Beim Aufstehen tastete er um sich und griff nach etwas, das er für einen Ast hielt. Damit schlug er einmal zu, mit vollem Schwung. Aber es war kein Ast, sondern ein Zaunpfahl. Und der traf einen der Angreifer unglücklich am Kopf. Der Kampf mit den restlichen Neonazis ging danach noch einige Minuten weiter. Tibor Sturm kam dabei zugute, dass er über elf Jahre Kampfsporterfahrung hatte. Die japanische Verteidigungstechnik Jiu Jitsukann rettete ihm sein Leben. Dennoch erlitt er schwere Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Dort erst registrierte er, wie schwer er den Anderen getroffen hatte. Sein Angreifer erlitt einen Schädelbruch und eine Kleinhirnquetschung, liegt zunächst im Wachkoma. Später folgt die Rehabilitation, in der er erneut laufen und sprechen lernen muss. Eines Tages wird der rechtsextreme Täter wieder ein eigenständiges Leben führen können, aber derselbe wie vor dem Angriff wird er nicht mehr sein. „Teilweise zum Glück“, empfindet Tibor Sturm: „Hätte er es mal lieber gelassen, mich anzugreifen.“. Deshalb hat er sich auch nicht entschuldigt und wird dieses auch nicht tun.

Den Polizisten am Tatort war die Situation sofort klar. Das Outfit der Angreifer – Bomberjacke, Springerstiefel und Glatze – wies diese unzweifelhaft als Neonazis aus. Täter und Opfer waren klar zu erkennen. Warum Tibor Sturm dennoch zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt wurde, diese Frage stellt er sich selbst fast täglich in seiner sechs Quadratmeter großen Zelle in der JVA Ingolstadt. Geschadet hat ihm sicherlich, dass er die Verhandlung selbst nicht ernst nahm. Er hatte sich schließlich nur verteidigt und rechnete daher nun mit einem sicheren Freispruch. Er hielt die Verhandlung für einen Witz. Während der Verhandlungen lachte er oftmals, beantwortete Fragen nicht. Tibor Sturm glaubt, dass dieses „Fehlverhalten“, neben einem unfähigen Rechtsbeistand, dazu beigetragen hat, dass er einen schweren Stand vor Gericht hatte.

Eine schlechte Sozialprognose jedenfalls kann nicht der Grund für dieses harte Urteil gewesen sein. Der 1976 in Nürnberg geborene Sohn einer deutschen Mutter und eines afrikanischen Vaters, der unter seinem Künstlernamen QuietStorm seit 2000 einen Plattenvertrag hat, ist studierter Medienwirt und engagiert sich seit Jahren für Jugendliche, die auf die schiefe Bahn geraten sind. 2004 konzipierte er den Workshop „Hip Hop for Life“ für Jugendliche im Alter von 14 oder 15 Jahren. Ihnen möchte er in einer Zeit, in der erste wichtige Entscheidungen für das künftige Leben getroffen werden müssen, zur Seite stehen. Neben dem gemeinsamen musizieren wird den Jugendlichen deshalb vermittelt, dass an erster Stelle Schule, Ausbildung und Familie zu stehen haben. Die 2006 erstmals in Erlangen angebotenen Workshops finden großen Zuspruch. Von den vielen hundert Bewerbern können daher nur die schwersten Fälle angenommen werden. Diejenigen mit den geringsten Chancen, die auf eine Haupt- oder Förderschule gehen und bereits mit einem Bein im Knast stehen.

Bekämpft werden muss auch die Gangsta-Attitüde, welche durch die in der deutsche Hip-Hop-Landschaft derzeit dominierende Berliner Szene vorgelebt wird. Die Gewaltverherrlichung, aber auch den verbreiteten Sexismus und die Homophobie. Gegen Intoleranz engagiert sich Tibor Sturm zudem als Mitglied der Brothers Keepers e.V., einem Zusammenschluss hauptsächlich afrodeutscher Musiker, der sich gegen Rassismus und Fremdenhass stellt.

Inzwischen befindet sich Tibor Strum im offenen Vollzug. Das bedeutet, dass er sich jeden Monat zweimal für 48 Stunden „Freiheit“ erfreuen darf und wenigstens die Fenster nicht mehr vergittert sind. Er erkennt das Urteil an, aber nur weil es gesetzmäßig ist, ist es für Tibor Sturm dennoch vom menschlichen Standpunkt betrachtet nicht „akzeptabel“. Aus diesem Grund ließ er sich in den letzten Tagen vor seinem Haftantritt von dem Filmemacher Otu Tetteh begleiten. Entstanden ist eine zwölfminütige Dokumentation, in der sich Tibor Sturm bewusst subjektiv an das Geschehen erinnert. Eindrucksvoll zeigt der Film die Ohnmächtigkeit, die der fränkische Hip-Hopper in dieser Zeit empfindet. “Natürlich fühlte ich mich ungerecht behandelt, im Stich gelassen vom Gesetz”, sagt Tibor Sturm, dennoch möchte er sich nicht als Opfer fühlen. Aus diesem Grund wird er nicht aufhören, gegen Diskriminierung vorzugehen: “Nach meiner Freilassung werde ich verstärkt mit Jugendlichen arbeiten, besonders im Raum Erlangen, wo es meines Erachtens ein offensichtliches Problem mit Rechtextremismus gibt. Ich werde außerdem weiter Musik machen, denn das ist mein Ventil. Ich möchte, dass der Film Menschen zum Nachdenken bringt und dazu anregt, ähnliche unfassbare Geschichten im Dunst der rechten Szene öffentlich zu machen.”

Der Film im Internet unter www.albtraum.de.

"Die Angst lebt weiter"

- Ein Text von Tibor Sturm für MUT nach seiner Freilassung am 30.1.2009

mut-gegen-rechte-gewalt.de / ce


24.08.2008

Kommentare

Die Berliner Band "Stainless Bones" empfindet Respekt und Solidarität für "QuietStorm". Er verdient es, für seinen Mut ausgezeichnet zu werden. Das Urteil ist ein Skandal.

Mit den Worten des MC "Holger Burner":
"Bitches und Bässe? [Die] Crowd ruft nur eins: [Rassisten] auf die Fresse!"

Grüße aus Berlin

Der/die Richter/in war wohl auf dem rechten Auge blind!
Es wird zur Normalität in d.land, dass Opfer faschistischer Gewalt in den Knast kommen?
Der/die Richter/in und die Nazis gehören in den Knast und nicht DU Tibor!

Ich wünsche Dir viel Kraft, die Knastzeit durchzustehen (offener Vollzug ist bestimmt auch nicht leicht) und viel Glück mit Deinen Projekten!

Der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen!!!

"Totgeschwiegen ignoriert Jahrzehnte lang.
Die braune Grippe kam nicht über Nacht in unser Land.
Jetzt reißen sie die Schultern hoch, wir haben nichts bemerkt.
Doch seien sie sich versichert, wir beobachten verstärkt.

Das hier Farbige verprügelt werden, das darf nicht sein.
Das schadet dem Standort Deutschland, das leuchtet ein.
Die ausländische Wirtschaft investiert dann hier nicht mehr.
So hört man sie heut rufen Verbote müssen her aber

Dummheit kann man nicht verbieten.
Und doch kann man etwas dagegen tun.
Was gegen Dummheit hilft ist Bildung.
Gegen Verbote sind die Dummen oft immun.

Extremismus links wie rechts verurteilen sie scharf.
Doch rechts sah man halt lange keinen Handlungsbedarf.
Ob Redskin oder Hammerskin, sie wollen keine Chaoten.
Die gegen die Verfassung sind, sowas gehört verboten.

Und doch paßt der Rassismus ganz gut in ihr Konzept.
Den schwarzen Peter schiebt halt jeder gerne ganz weit weg.
Erst ließen sie die alten rechten Keime wieder sprießen.
Und jetzt wollen sie die Geister verbieten die sie riefen.

Und die Gesichter der Dummenfänger werden immer länger.
Denn ihre Netze bleiben leer.
Und sie warten auf fette Beute, auf dumme Leute.
Doch es kommen immer weniger.
Das wäre schön "
Zitat Songtext Dritte Wahl "Dummheit kann man nicht verbeiten"

Ich finde es unglaublich was in "deutschland" so abgeht...

No fairness, no peace fuck the justice

Unglaublich.

Dann wundert man sich, auch die Polizei, dass die Bevöllkehrung Leute in Not nicht helfen.

Warum sollte man es tun, wenn ein Angreifer von mir verletzt wird, auch wenn mein Leben in Gefahr ist, komme ich im Knast statt er.

Sollte es nicht umgekehrt sein????

"Fair Trial - My Arse"
Im Gerichtssaal wird nicht Gerechtigkeit gesprochen - nur ein Urteil. "In Namen des Volkes"- steht geschrieben. Schau mal dir das Volk an, ein altes Film, wann der Hitler zu Deutsches Volk spricht, wer streckt das Hand hoch und brüllt "Heil...." Ist da jemand der nicht mit macht? WAHNsinn. Wo sind die alle jetzt? Ausgestorben? NEIN. Die sind zur Richter geworden. Richter über die Opfer. Die haben macht in der Hand, den anderen zu verurteilen. Die vermehren sich wie Parasiten und werden weiter gezüchtet zur nächster mal um das Blut den Unschuldigen zu trinken. Die Geschichte kann sich wiederholen.
Sei stark! und such nach dem Lehrer der Gerechtigkeit!
Die suche nach der Wahrheit ist schwer!

Hallo Tibor,
erst war ich erschrocken zu hören das du, gerade du, eine Haftstrafe absitzen müsstest. Aber nachdem ich erfahren habe weshalb, war der erste Schreck weg und blanke Wut da. Wut gegen diese Trittbrettfahrer die sich die Köpfe rasieren, Bomberjacken anziehen und sich "Deutsche" nennen. Dein Dad ist deutscher, deine Mum Afrikanerin. Mein Dad ist deutscher, meine Mum Spanierin..und glaub mir mein Freund wir sind besser als jeder o.g. "Deutsche"!! Kein besserer Mensch..das mein ich damit nicht...aber wir haben Respekt und Akzeptanz gelernt bekommen. Du verdienst meinen vollen Respekt und meine volle Freundschaft. Gerade weil du mir auch mal zur Hilfe kamst als mich zwei schräge Typen angemacht haben. Schon lange her aber ich weiss es noch.

Halt den Kopf über Wasser.

Friends 4ever..... RICHIE

Das ist absolut erschreckend was dir passiert ist. Das lässt mich wirklich an unserem Rechtstaat zweifeln. Aber ich hab es leider auch schon erlebt. Es stimmt einige Richter sind glatte Nazis, aber was man auch nicht unterschätzen darf - und das ist auch traurig - dass vielen Richtern ihr Ego wichtiger ist als die Wahrheitsfindung. Die haben einfach vergessen worum es geht. Aber so is es: auch wenn du unschuldig bist, du musst vor denen zu Kreuze kriechen und die absolut ernst nehmen, sonst servieren die dir dafür - und nicht für Recht und Unrecht - die Rechnung.

Glaub an dich, alles wird wieder gut.

HUGS

Dieses Urteil ist ein SKANDAL.
Was wäre wenn dieser Man gestorben wäre ? Mordfall mit überzogenen Todesfolgen ?
Dieses Urteil ist Schutzhaft, damit weitere Übergriffe von GUTEN Deutschen auf schlechten Deutschen geschützt werden.
Europa hat die Pflicht deutschen Juristen, die einzige Volksgruppe die nicht entnazifiert wurde, das Vertrauen sofort zu entziehen.
Richter und Anwälte waren die Nazis. Idioten die in Lederstiefeln durch die Städten liefen waren ihre Werkzeuge. Es hat sich bis heute nichts geändert.
Die Form dient dem Grund.
Olivier Karrer
CEED Paris

ich fänds cool wenn bei den workshops auch normale jugendlichenmitmachten, so lernt man intensiver, wenn die situationen aus welchen die teilnehmer kommen, unterschiedlich und bereichernd sind.

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