News-Ticker Ticker starten start Ticker anhalten stopp : ticker

Debatte

  • Kommentare

    Vergessen Sie Sarrazin!

    Aufklärung und Moral kann man offenbar nicht lernen – es muss angeboren sein. Manchen ist es halt gegeben und anderen nicht. Wie sollte man sonst verstehen, dass erwachsene Menschen ernsthaft über Sarrazins Biologismus und Rassismus diskutieren?
    weiterlesen…

  • Kommentare

    Lob und Notwendigkeit der Asymmetrie

    Schubladen machen das Leben bequemer. Die hiesigen Debatten um „den Islam“ sind geprägt von vereinfachenden Kategorisierungen. Zur nationalen Funktion der Islam-Debatten in Deutschland. Ein Kommentar.
    weiterlesen…

  • Interviews

    „Der alltägliche Rassismus ist beunruhigend“

    Vietnamesen gelten in Deutschland als vorbildliche Migrantengruppe und werden daher medial und politisch kaum beachtet. Tamara Hentschel vom Berliner Verein Reistrommel e.V. berichtet im Interview sowohl von Alltagsrassismus und gewalttätigen Übergriffen als auch von Konflikten innerhalb der...
    weiterlesen…

  • Kommentare

    Wie viel Demokratie steckt in den Kinderschuhen?

    Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig hat einen Erlass herausgegeben, der neuen Kita-Trägern auferlegt, eine Auskunft zu geben, ob sie auf Grundlage der Freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Ob das wirklich die Lösung ist kommentiert Anetta Kahane, Vorsitzende der...
    weiterlesen…

  • Kommentare

    Anti-muslimischer Rassismus

    Kritik am Islam zu üben ist populär und erscheint vielen unproblematisch. Wer jedoch diese angebliche „Islamkritik“ aus einer anti-rassistischen Perspektive näher betrachtet, wird feststellen, dass Musliminnen und Muslime nur aufgrund ihrer Religion angegriffen und abgewertet werden. Der Hass...
    weiterlesen…

  • Kommentare

    „Asozial“ – über ein Stigma

    Wer sich mit der Geschichte sowie der Entwicklung von sozialer Ausgrenzung und seinen Kontinuitäten und Brüchen bis in die heutige Zeit auseinandersetzt, wird schnell auf das Stigma „asozial“ stoßen. Dabei ist festzustellen: Die Verfolgung von sogenannten Asozialen ist zwar seit langem bekannt,...
    weiterlesen…

  • Interviews

    Rechtspopulisten in Berlin stoppen!

    Die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland hält am Samstag, den 17. Juli 2010 ihren vierten Bundesparteitag im Schöneberger Rathaus ab. Über die Unterschiede zu anderen rechtsradikalen Parteien, über das neue Engagement der Partei in Berlin und geplante Gegenproteste sprach MUT mit Timo...
    weiterlesen…

  • Kommentare

    Toleranz fördern – Kompetenz stärken?

    Vor kurzem verkündete das Bundesfamilienministerium die Ausweitung ihrer Präventionsprogramme auf Linksextremismus und islamischen Extremismus. Jetzt wurden die ersten vier Projekte in diesem Bereich vorgestellt und die Zusammenlegung der zwei Rechtsextremismus-Präventionsprogramme 'VIELFALT TUT...
    weiterlesen…

  • Kommentare

    Fünf vor zwölf, mitten in Deutschland

    „Immer sind die Juden Schuld und die Radfahrer!“ Gegenfrage: „Wieso die Radfahrer?“ Erhellende Absurdität macht Pointen richtig gut. In den letzten Wochen musste der Chronik antisemitischer Vorfälle Einiges hinzugefügt werden. Und das ist kein Witz.
    weiterlesen…

  • Kommentare

    Mit Erfolg gegen Rechtsextremismus

    Was braucht es für ein erfolgreiches Engagement gegen Rechtsextremismus? Auf diese Frage gab Roland Roth in seinem Gutachten für die Friedrich-Ebert-Stiftung einige Antworten. In einem Kommentar nennt er Handlungsoptionen für Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.
    weiterlesen…


Ältere Artikel
1-10  | 
11-20  | 
21-30  | 
31-40  | 
41-50  | 
81-90  | 
Symbol für PrintversionSymbol Seite versendenArtikel kommentieren Debatte: Rechtsblog

Radikaler Franke soll's richten

Jörg Hähnel


Berlin. Der Berliner NPD-Landesverband hat einen neuen Landesvorstand gewählt. Der bisherige Landesvorsitzende Jörg Hähnel wird von Uwe Meenen aus Würzburg abgelöst, der innerhalb der NPD als radikaler Nationalsozialist gilt und eng mit Horst Mahler verbunden war.


Der als "Liedermacher" in seine rechtsextreme Karriere gestartete Hähnel hatte sein Amt erst im Juni 2008 übernommen. Von seinem Amtsvorgänger Eckart Bräuniger, einem wuchtig gebauten ehemaligen Kroatien-Söldner, unterschied sich der schmächtige Hähnel (partei-interner Spitzname: "Hähnchen") nicht nur durch seinen Körperbau, sondern auch durch den innerparteilichen Zuspruch. Während der angeblich aus Gesundheitsgründen zurückgetretene Bräuniger durchweg respektiert wurde, verspielte Hähnel in kurzer Zeit das Vertrauen vieler Parteimitglieder. In seiner kurzen Amtszeit verlor die Berliner NPD Dutzende von Mitgliedern, darunter Kreis- und Landesvorstandsmitglieder sowie ganze Kreisverbände.

Nun soll es in der Hauptstadt ein Unterfranke richten. Der Landesparteitag am heutigen Samstag wählte Uwe Meenen zum neuen Landesvorsitzenden, als seine Stellvertreter sollen Eckart Bräuniger, Dietmar Tönhardt und Sebastian Schmidtke wirken. Ganz in die Wüste geschickt wurde Hähnel jedoch nicht, denn er wurde immerhin als Beisitzer in den Vorstand gewählt. Neben Hähnel agieren jetzt als weitere Vorstandsmitglieder Josef Graf, Richard Miosga, Stefan Lux, Sebastian Thom, Jan Sturm, Sandor Makai und Michaela Zanker.

Meenen hatte 1994 mit Horst Mahler und Reinhold Oberlercher das "Deutsche Kolleg" gegründet, das als nationalsozialistischer Think-Tank agieren und den rabiat-antisemitischen Mahler-Parolen einen pseudo-akademischen Anstrich geben sollte. Der aus Würzburg kommende Meenen hatte seit längerer Zeit versucht, den bayerischen NPD-Landesverband auf eine radikale Linie zu bringen. Damit war er jedoch mehrfach gescheitert. Bisher dort stellvertretender Landesvorsitzender, hatte er im November 2008 bei einem Landesparteitag nach einer erfolglosen Kandidatur zum Landesvorsitz sogar auf eine weitere Stellvertreter-Amtszeit verzichtet. Im Gegensatz zu anderen Neonazis, die noch während dieses Parteitags die NPD verlassen und das "Freie Netz Süd" gegründet hatten, war Meenen jedoch in der Partei geblieben.

Im April 2009 gelang es Meenen beim Bundesparteitag in Berlin, in den Parteivorstand gewählt zu werden. Dort wurde der Radikale aus Franken mit dem "Amt Politik" betraut und sollte damit im Sinne einer strategischen Ausrichtung die politischen Weichen für die Bundespartei neu stellen. Unmittelbar nach seiner Kür zum Politik-Macher beschloss der Parteivorstand ein Positionspapier "Der deutsche Weg", mit dem die Bundeszentrale sich vom geschmeidigeren "politikfähigen" Kurs der sächsischen NPD absetzen wollte. Mit dem "deutschen Weg" betonte die NPD die Feindschaft zum "liberalkapitalistischen System" und das Ziel der "Systemüberwindung" und wies den angeblichen Versuch zurück, "unsere Partei einseitig national-konservativ auszurichten".

Die ideologisch fundierte Meenen-Handschrift soll nun auch den Berliner Landesverband prägen. Laut Angaben der NPD wohnt Meenen bereits seit einem Jahr in der Hauptstadt, wo im Sommer 2011 das Abgeordnetenhaus neu gewählt wird. Was nun aus seinem heimischen Bezirksverband Unterfranken wird, wo Meenen eigentlich immer noch Bezirksvorsitzender ist, verschwieg die Partei.

Auch die Rückkehr des früheren Berliner NPD-Chefs Bräuniger sowie die Wahl des Neonazis Sebastian Schmidtke, der führend in der vor fünf Jahren verbotenen "Kameradschaft Tor" tätig war, unterstreichen die künftige Ausrichtung der Berliner NPD an einer radikalen, nationalsozialistisch geprägten Linie. Ob die Partei damit neue Wählerschichten mobilisieren kann, bleibt eher zweifelhaft. Meenens Weltbild geht bis hin zu Verschwörungsglaube, so etwa nach dem Tode des am Schlaganfall verstorbenen Partei-Vize Jürgen Rieger. Im NPD-Kondolenzbuch hinterließ Meenen den Satz: "Du hattest einen Schlaganfall wie Rudolf Heß sich umgebracht hat und die Erde eine Scheibe ist."

Text: redok, cc
Foto: "Jörg Hähnel beim NPD Bundesparteitag", von Marek Peters


08.02.2010

Kommentare

Kommentar verfassen
Bitte alle mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Felder ausfüllen.
Bitte geben Sie den Text aus der Grafik in das Eingabefeld ein.