Er gilt als ältester Operetten-Sänger Deutschlands: Der HolländerJohannes Heesters wurde am Freitag 105 Jahre alt und wird in Hamburg immer noch auf die Bühne gehievt. Bühnenkarriere hat Heesters auch im Dritten Reich gemacht - von führenden Nazis wie Goebbels gefeiert, an den er auch schrieb (s.Foto). In Holland wird ihm das nachgetragen, in Deutschland nicht. Hier verhätschelt ihn eher das Showgewerbe. Jetzt fühlt sich Heesters von einem holländischen Fernsehteam hereingelegt...
Von Holger Kulick
Darf man einem über 100jährigen kritische Fragen stellen? Wenn der sich mit über 100 immer noch als Bühenstar vermarkten lässt, sehr wohl. Denn wer die Öffentlichkeit sucht, muss sich ihr auch stellen. Doch der aus Holland stammende Schauspieler Johannes Heesters fühlt sich jetzt von einem holländischen Fernsehsender mit Fragen nach Hitler „hereingelegt“. Seine Frau Simone Rethel-Heesters betonte in einer der Nachrichtenagentur dpa am 3.12.2008 übermittelten Presseerklärung, ihr Mann, der zurzeit in Hamburg Theater spielt und am Freitag seinen 105. Geburtstag feiert, sei in einem Interview des TV-Senders VARA „überfallartig“ mit Fragen nach Hitler und Stalin konfrontiert worden. Nach Angaben seiner Frau antwortete Heesters auf die Frage „War Hitler ein netter (guter) Kerl?“ (Was Hitler een aardige man?) unter anderem:
„...für seine Soldaten war er aardig (gut), d i e fanden ihn gut“.
Sie sei überzeugt, dass die ungeschickte und „schreckliche Antwort“ ihrem Mann „in den Mund gelegt“ worden sei, sagte Simone Rethel-Heesters. Sie selbst habe die „perfide Frage“ des Interviewers nicht verstanden, weil sie in Holländisch gestellt wurde:
„Mein Mann hat leider immer wieder versucht, die Frage nach „Hitler, dem guten Mann“ zu beantworten, indem er sich immer wieder ungeschickt und für ihn entsetzlich verfänglich ausdrückte. Mein Mann äußerte sich während des Interviews sehr wohl gegen das Regime: „Ich war nicht in der NSDAP. Ich war kein Parteimitglied, ich wollte nichts mit den Herren Goebbels, Göring zu tun haben.“ Dass dies nicht gezeigt wurde, lässt auf einiges schließen.“
Das Problem ist, dass dies offenkundig nicht ganz der Wahrheit entsprechen kann. Goebbels war nämlich wichtig für Heesters Karriere. Der Sänger lebte im Dritten Reich zeitweise im vornehmen Berliner Stadtteil Grunewald. Er sang Operette (bevorzugt den Danilo) und drehte Filme im Deutschen Reich und wurde so Bestandteil des staatlich dirigierten und systemstützenden Gutelaunepropagandaapparats. Gute Laune, so sinnierte damals der Propagandaleiter der NSDAP „ist einer der wichtigsten Kriegsartikel. Unter Umständen ist er kriegsentscheidend." Und von Heesters als Gutelaunemacher war Goebbels entsprechend begeistert.
Verdrängung? Gedächtnislücken? Oder nie passiert?
Der Historiker Götz Aly berichte in der oben erwähnten KONTRASTE-Sendung:
„Goebbels hat ja verschieden Heesters-Aufführungen besucht und einmal notierte er in seinem Tagebuch, ich glaube über "Die lustige Witwe" im Admiralspalast: "Glänzende Aufführung. Das Soldatenpublikum rast." Das war der Zweck der Übung, nicht mehr und nicht weniger. Ja, das steht in Goebbels Tagebuch."
Und mit diesem Goebbels will Heesters nichts zu tun gehabt haben? Von wegen. Vom Grunewald aus schrieb Heesters am 2. Dezember 1942 sogar einen Bittbrief an den "sehr geehrten Reichsminister" und bat um ein persönliches Gespräch. Sein Anliegen: Die Loslösung aus festen Theaterverträgen um mehr Zeit für noch mehr Filme zu haben. Die Unterschrift:
"Heil Hitler - Ihr sehr ergebener Johannes Heesters!"
Eine peinliche Ehrerbietung im Dritten Reich oder trickreicher Überlebenskampf? Auf jeden Fall auch ein Dokument politischer Gleichgültigkeit, wie es Heesters auch in früheren Interviews von sich gab:
„Ja ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich war immer besetzt. Ich kam nicht mehr zur Politik. Ich habe immer viel Zeit bei der Arbeit verloren, von früh 7 Uhr bis abends 8 Uhr im Atelier gestanden und abends auf der Bühne auch noch gespielt. Politik hat mich, muss ich ehrlich sagen, ...das kann ich nicht machen."
Politische Gleichgültigkeit, das ist das wovon früher die Nazis profitierten und heute Neonazis profitieren. Die meisten Menschen tun so, als geht sie all das nichts an.
Ein "normales" Lager
Dass Heesters gegenwärtig sogar noch einen Prozess führt, um sich von historischer Mitschuld reinzuwaschen, ist eine besondere Pointe.
Heesters (l.) beim Besuch des KZs Dachau am 21. Mai 1941
Der aus Holland stammende Schauspieler setzte sich jüngst erfolglos vor dem Berliner Landgericht gegen Behauptungen des Berliner Bühnen-Historikers Volker Kühn zur Wehr, er sei bei einem Besuch zusammen mit dem Ensemble des Münchner Gärtnerplatztheaters 1941 im KZ Dachau dort auch aufgetreten. Das Urteil wurde am 16. Dezember verkündet. Danach hat der Historiker Kühn das Recht, sich mit Heesters Verganheit auseinanderzusetzen und muss seine recherchen nicht widerrufen. Zu diesem KZ-Besuch hat Heesters einmal in seinen Memoiren geschrieben:
"Wir bekamen ein 'normales' Häftlingslager gezeigt, oder was man sich darunter vorstellte."
Der Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung hat das so kommentiert:
"Wer im Mai 1941 Seite an Seite mit dem KZ-Kommandanten das Konzentrationslager Dachau besucht muss unglaublich naiv sein, muss absichtlich naiv sein, nichts sehen und nichts erkennen wollen, wenn er dann zwischen den Baracken umherschreitet, die Häftlingskapelle spielt, und das für etwas Normales zu halten, dazu braucht es sehr viel Phantasie oder sehr viel Blindheit."
Deshalb hat Heesters in seinem Heimatland Holland durch sein Verhalten nur wenige Freunde gewonnen. Der bald 100-jährige Niederländer, der in Deutschland zu seinem Hundersten Geburtstag eine pompöse ARD-Gala und wiederholt Bambis erhielt, wird im damals besetzten Holland keineswegs so gefeiert wie bei uns, wo er von seiner deutlich jüngeren Frau clever vermarktet wird. Der holländische Schriftsteller Harry Mulisch hat beispielsweise über ihn gesagt:
"Er war doch eigentlich schon ein Deutscher. Wenn wirklich ein Holländer das machen würde, das wäre ja Landesverrat gewesen."
Der Amsterdamer Schriftsteller nahm schon 1985 Heesters als Vorlage für seinen Roman “Hoogste tijd”. Thema ist ein alternder Schauspieler, der zum Gefangenen seiner unaufgearbeiteten Vergangenheit geworden ist. Mulisch sagt im Kontraste-Interview über sein Buch:
"Meine Geschichte ist dann auch ein Mann, der nicht ein Nazi war, der aber so weiter gemacht hat und auch mitgeholfen hat, die Moral im Krieg hoch zu halten."
Mulisch betont aber auch, dass es tausende solcher Mitläufer gab, die sich häufig aus Karrieregründen so betätigten. Als „Fluchthelfer aus der Wirklichkeit“.
Späte Reue? Heesters letzte Woche in BILD "Ich schäme mich".
Zum Kontraste-Beitrag vom 4. Dezember 2003
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de / hk / MUT-Fotos: Kulick
Ich weiss nicht was ich sagen soll! das ist so was von verabschäungswürdig! Und über Jahrzehnte das Volk der deutschen geblendet.War ein Nazi von anfang bis heute! Ja unsere Eltern waren auch geblendet da er sich als ehrlicher Bürger dargestellt hat und noch tut! Ja ich bin erst 56 habe nichts mit Ihm zu tun gehabt ,aber das was ich lese ist sehr schlimm! So was brauch ich nicht!!
Hach, was seid ihr doch alles feine linke Gutmenschen. Die deutsche Geschichte ist erstunken und erlogen, und ihr glaubt tatsächlich an die Propaganda der Alliierten und Sowjetmächte. Euch interessiert die Wahrheit gar nicht, für euch ist jeder, der die propagierte Geschichte nicht glaubt, zumindest ein "Rechtsextremist" und Hitler der größte Verbrecher der Welt, obwohl das eine anti-deutsche Lüge ist von vielen, weil der Sieger Geschichte geschrieben hat. Wenn ihr euch mehr bilden würdet als linker Propaganda nachzugehen, würdet ihr Sachen erfahren, die ihr vorher nicht für möglich hieltet.
Lieber Gregor,
leider sind nicht wir die, die einer Propaganda zum Opfer fallen, sondern Du und Deinesgleichen. Und nicht wir sind die ungebildeten, sondern Ihr, die Ihr nicht mitbekommt, dass Ihr manipuliert werdet vom "verkappten" Huren, die aus reiner Macht und Geldgier bereit sind, alles zu tun, um eine möglichst hörige und einfach manipulierbare Folgschaft zu haben. Wach auf !!! Denn sonst gehörst Du entweder zu denen, die selbst nur Macht suchen oder zu denen, die nicht merken, dass sie verarscht werden von welchen, die bereit sind, eher heute als morgen ihre eben noch vollmundig verkündeten "Ideale" zu verraten, würde man ihnen nur ausreichend Geld oder Macht über Mitmenschen oder manchem auch nur ausreichend Medienpräsenz als Belohnung anbieten. Wach auf und erkenne, dass Du verführt wurdest, so wie einst Johannes Heesters, auch wenn er es nicht zugeben will.
Liebe/r Holla,
wenn du dich mal abseits der linken Medienpropaganda informieren würdest, dann könntest du dich bilden. So aber sehe ich schwarz für dich, denn du bist es doch, der sich einer gehörigen Gehirnwäsche unterziehen lässt und nicht bereit ist, sich *umfassend* zu informieren, weswegen deine einseitige "Bildung" dazu führt, der herrschenden links geprägten Meinung blindlings Glauben zu schenken, die die Nazi-Keule nur allzu gern schwingen lässt.
Bevor ich jemanden verurteile, versuche ich mich in seine Lage zu versetzen. Mit der Aussicht auf Erfolg + durch Wegsehen e. satte Karriere hinzulegen, werden viele schwach. Anfangs ist alles harmlos man weiss vielleicht wirklich nichts. Aber im Nachhinein, da sollte man a. mit 105 die Eier haben zuzugeben was man verbockt hat. Das macht die Sache nicht besser, aber den Umgang m. dem Menschen erträglicher. Das d. Mann vermarktet wird ist ansich a. nix Verwerfliches, denn Geld ist e. feine Sache + Fr. Rethel hat mit dem Blödsinn Ihres Mannes nur e. indirekte Verbindung. Sollte das e. unausreichende Begründung sein, dann bitte zurück zum Anfang des vorherigen Satzes. Der Mann ansich ist so alt das er sich eigentlich alles erlauben kann, eine Strafe wird ihn mangels Einsicht, Seh- + Hörfähigkeit sowie ob seiner fortgeschrittenen Demenz nicht mehr erreichen. Was mir eher die Übelkeit in den Magen treibt, ist die durchgehend ignorante Hurrahaltung des Showbiz, der Medien + e. breiten Publikums. Da gibt es jeden Abend e. Standing-Ovation f. schieres Nochdasein. Was so weit weg, so schwer beweisbar + verstörend ist, kann getrost gekürzt werden, die Zeit heilt alle Wunden und schliesslich muss a. mal Schluss sein m. dem ewigen jüdisch-zigeunerhaften Lamento. Und dann die wunderbare Musik, die vereinigt alle f. e. Moment, egal wann+wo+zum Schluss entliess Dachau wieder alle, durch d. Vordereingang o. d. Esse. Doch d. Falsche kriegt d. Applaus, d. Anerkennung+Erinnerung. Wieder einmal.