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Die steigenden Flüchtlingszahlen offenbaren erneut die hässliche Fratze vom Nationalen: Rassismus und Rechtsextremismus sind nicht mehr eine zu negierende Größe, die von irgendwo kommt und wieder verschwindet. Nun muss sich zeigen, ob Deutschland wirklich zusammenwächst als eine moderne offene Gesellschaft.
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Wirkung rechtsextremer Musik

Warum hören Jugendliche rechte Musik?
Der kleinste gemeinsame Nenner, auf den ein typischer "Rechtsrockkonsument" zu bringen ist: männlich, weiß und unter 30 Jahren. Es gibt verschieden Motivationen, rechtsextreme Musik zu hören: Aus politischer Überzeugung, aus Liebe zur Musik bei völliger Ignoranz der Texte, weil die Musiker und ihre Meinungen aus einem ähnlichen Umfeld stammen ("Stars" zum Anfassen) oder Faszination des Verbotenen. Die größte Gruppe der Hörerschaft sind die politisch Überzeugten.

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Es reicht nicht. Noch lange nicht. Rassismus und autoritäre Einstellungen haben zugenommen, sagen Brähler und Decker in ihrer neuen Studie, die sie gerade in der Amadeu Antonio Stiftung vorgestellt haben. Noch immer sind 20% der Deutschen rassistisch und 5% antisemitisch eingestellt.
In der DDR waren Kommunalwahlen eine Farce. Heute ist das anders - allerdings werden sie, genau wie die Europawahlen, nicht ernst genug genommen. Ein Plädoyer dafür, sich ihrer Bedeutung bewusst zu werden.
In der deutschen Umgangskultur gibt es etwas, das ich sehr sonderbar finde. Es ist der Umgang mit Emotionen. Individuell wie gesellschaftlich rufen sie starke Ambivalenzen hervor. Gefühle zu haben, zu äußern oder auch danach zu handeln steht hierzulande nicht sehr hoch im Kurs. Die meisten Menschen misstrauen Gefühlen, den eigenen wie denen anderer. Emotional zu sein bedeutet unsachlich sein. Gefühle spiegeln nicht die Realität.
Von allen Schriftstücken, die in der Amadeu Antonio Stiftung hergestellt werden, ist eines besonders deprimierend: die Chronik der Gewalt. Jeden Tag erfahren wir von Überfällen, Angriffen, Brandanschlägen oder gar Morden begangen von rechtsextremen Tätern oder solchen, die sich selbst der Mitte zugehörig fühlen, aber tatkräftige, rassistische Vorurteile pflegen. Der Schritt vom Vorurteil zum Anschlag ist manchmal nur einen kleinen, bösartigen Impuls entfernt. Rassismus ist schon an sich sehr aggressiv und Rassisten leiden an einem hohen Wutpegel. Dann reicht schon eine aufgeheizte Stimmung in der Gruppe und jemand, der das Startsignal gibt. Flüchtlinge sind in den letzten Wochen besonders häufig zum Ziel von Angriffen geworden.
Der absurde Kampf um die Extremismusklausel verhält sich umgekehrt proportional zu den notwendigen Konsequenzen nach dem Staatsversagen um den NSU. Je mehr Wind gemacht wird, um das überflüssige Nichts dieser Klausel, desto weniger Aufmerksamkeit gilt dem innerstaatlichen und strukturellen Defizit, das durch den Fall des NSU offenbar wurde: Rassismus bei Polizei, Verfassungsschutz und anderen Behörden waren nur für einen winzigen Augenblick Thema für die Öffentlichkeit.