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Kommentar

Schwimmen für Demokratie und Toleranz

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Screenshot der NPD-Website Zwickau-Westsachsen zum Schwimmen für Demokratie und Toleranz


Beim diesjährigen „Schwimmen für Demokratie und Toleranz“ in Zwickau beteiligten sich auch NPD-Mitglieder. Zum Abschluss posierten Pia Findeiß, Zwickaus Oberbürgermeisterin, und Michael Wilhelm, Staatssekretär im sächsischen Staatsministerium des Innern, mit dem NPD-Kader Jens Gatter.

Von Ernst Sommer

Dieses Jahr ging der vierte Platz des „Schwimmens für Demokratie und Toleranz“ der Stadt Zwickau an den sächsischen NPD-Kreisrat in Liebschützberg Jens Gatter. Gitta Schüßler, NPD-Landtagsabgeordnete in Sachsen, fühlte sich berufen, „das sportliche Format der Jungen Nationaldemokraten“ zu loben. Mit Gatter und seiner Urkunde ließen sich dann auch Michael Wilhelm, Staatssekretär im sächsischen Staatsministerium des Innern, und Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin Zwickaus, ablichten. Pia Findeiß kennt sich mit Demokratie und Toleranz  sehr gut aus. Sie ist wohl deshalb auch Mitglied in der Jury zum „Sächsischen Bürgerpreis".

Glückwunsch, nun können durch den Breitensport wieder Neonazis integriert werden. Hat ja bisher auch bei Lok-Leipzig, Lok Dresden oder Erzgebirge Aue richtig gut funktioniert.Gleichzeitig bin ich entsetzt über die fehlende Konsequenz bei der Durchsetzung. Wieso zum Beispiel wurde die Sicherheit immer noch von der Polizei übernommen? Es wäre viel einfacher gewesen, die lieben Kameraden der „Division 28“ zu holen. Ansprechpartner für Kontaktdaten wäre hier der Verfassungsschutz, schließlich stehen Sie ja schon eine Weile unter deren Beobachtung.

Das hätte auch viele Vorteile: Zum einen wären es wesentlich mehr Sicherheitskräfte als bei einem Einsatz der Polizei. Bei einem Stellenabbau von etwa 2.000 Stellen sind die verbleibenden Beamtinnen und Beamten sicherlich auch froh, zumindest am Samstag nicht auch noch auf eine Großveranstaltung zu müssen. Schließlich hat man in der Woche mit der Aufklärung von Neonazi-Straf- und Gewalttaten genug zu tun. Mit dem Outsourcing können gleichzeitig neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem sind die netten Herren der „Division 28“ sowieso in allen möglichen Kampfsportarten besser ausgebildet als die Herren von der Polizei. Der Autor hat gehört, dass Sie auch ein sehr praxisnahes Training haben.

Aber auch im Schießtraining stehen Sie der Polizei in nichts nach: So haben sich ja viele NPD-Funktionäre extra beim Reservistenverband der Bundeswehr angemeldet, um dort üben zu können, sich sogar einen Waffenschein geholt um ihre eigene Waffe benutzen zu können. Ich denke solch ein Engagement sollte auch gewürdigt werden.

Was mir weiterhin aufgefallen ist: Das Konzept des Sportfestes wurde nicht bis zum Ende durchdacht! Denn Schwimmen ist nun nicht gerade der Sport, mit dem man Menschen zieht. Man müsste sich mehr an der Lebensrealität der Leute die man ansprechen möchte orientieren. Mein Vorschlag: Turniere unter dem Motto „Demokratie und Toleranz" in verschiedenen Nahkampfsportarten (Boxen, Thaiboxen, Messerkampf wären ein Anfang. Man kann sich auch sicher sein, dass alle Beteiligten mit Leidenschaft dabei sind), Schießtraining und ein oder zwei Wehrsportszenarien (würde sich in den Ferien anbieten, so können viele Jugendliche die Neonazis hautnah erleben und von ihnen abgeschreckt werden, gleichzeitig wird die fehlende Wehrpflicht ausgeglichen).

Auch ein Internationales Toleranz-Turnier wäre denkbar: Erste Anfragen könnten an die französische Front Nationale gesandt werden (interessant bei den Wehrsportszenarien) oder an die italienische Lega Nord (dasselbe). Beim Treffen mit den Warschauer Hooligans hätten beide Seiten eine Herausforderung im Faustkampf.

So, wenn die Neonazis dann endlich integriert sind kann man sich daran machen auch andere „Extremisten“ mit einzubeziehen und ein neues Konzept zu erstellen. Wir hoffen, dass die hiesigen Anmerkungen von der sächsischen Landesregierung nicht als befehlsartige Kritik, sondern als wohlgemeinte Ratschläge aufgefasst werden. Bei Nachfragen steh ich natürlich gerne zur Verfügung.

Foto: Screenshot der NPD-Website Zwickau-Westsachsen zum Schwimmen für Demokratie und Toleranz

tolerierter Ausnahmezustand