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  • Meldungen

    Social Networking für Nazis

    Die NPD Parteizeitung „Deutsche Stimme“ ruft ihre Anhänger zum Eintritt in Soziale Netzwerke, wie StudiVZ oder facebook auf. Neonazis sollen demnach „raus aus den Hinterzimmern, raus auf die Straße, aber auch rein in die neuen sozialen Netzwerke des Internet.“
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  • Reportagen

    Den Wald vor lauter Bäumen nicht

    Am Montag, den 29. März, wurde ein klar antisemitischer und rechtsradikaler Vorfall von einem Amtsgericht als solcher nicht anerkannt. Niemand hat etwas gesehen. Neonazis gibt es nicht. Eine Gruselgeschichte aus Sonneberg.
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  • Meldungen

    "Wir geben keine Ruhe!"

    Der Angriff von 50 Neonazis auf Fans und Spieler des Roten Sterns Leipzig im sächsischen Brandis im vergangenen Jahr hat viele Schlagzeilen gemacht. Am 7. April soll das Spiel wiederholt werden. Der „Rote Stern“ und seine Unterstützerinnen und Unterstützer rufen zur Demonstration auf.
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  • Meldungen

    Volles Programm in Neuruppin

    Am 27. März wollen die „Freien Kräfte Neuruppin“ in der brandenburgischen Kleinstadt marschieren. Rund 50 Initiativen sowie Landes- und Bundestagsabgeordnete beteiligen sich an den Gegenprotesten.
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  • Meldungen

    Proteste in Lübeck

    Wie in Dresden findet in Lübeck jährlich ein „Trauermarsch“ von Neonazis statt. Mit etwa 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist er zu einem wichtigen Treffpunkt der Neonaziszene gewachsen. Ein breites Bündnis stellt sich dagegen. Am 27. März auf nach Lübeck.
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  • Meldungen

    Rassistisches Stelldichein in Duisburg

    Für die extrem rechten Parteien „Pro-NRW“ und NPD geht der Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen in die heiße Phase. Am kommenden Wochenende planen beide eine Reihe von Veranstaltungen in Duisburg und den Nachbarstädten. Verschiedene Bündnisse haben dagegen Widerstand angekündigt.
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  • Meldungen

    Ein Bürgermeister auf rechten Abwegen

    Arnstadt ist schon oft in die Schlagzeilen geraten. Im letzten Jahr fand dort der „Thüringentag der nationalen Jugend“ statt. Der Bürgermeister Hans Christian Köllmer macht nun durch Relativierung der Verbrechen des Dritten Reiches erneut auf sich und sein Städtchen aufmerksam.
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  • Reportagen

    Dokumentationszentrum bangt um seine Existenz

    Das „KdF-Seebad“ in Prora auf Rügen sollte während des Nationalsozialismus als Urlaubsort dienen. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Das „Dokumentationszentrum Prora“ informiert seit dem Jahr 2000 über die Geschichte des Seebads und die...
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  • Meldungen

    Veröffentlichung der Jahresstatistik 2009 über rassistische und rechtsextreme Vorfälle in Berlin

    Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von ReachOut, der Berliner Opferberatungsstelle und den bezirklichen Registern wurden am 9. März die Zahlen und Hintergründe rassistisch, antisemitisch, homophob und rechtsextrem motivierter Vorfälle und Übergriffe im Jahr 2009 vorgestellt. Insgesamt nahmen...
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  • Meldungen

    Projekte vernetzen sich gegen Neonaziübergriffe in Berlin

    In Berlin häufen sich Neonaziübergriffe. Schon Ende vergangenen Jahres gab es eine Angriffswelle auf verschiedene Initiativen und kulturelle Einrichtungen in Berlin-Neukölln. Seit Beginn 2010 werden in ganz Berlin nahezu wöchentlich Scheiben eingeschlagen oder bedrohende Graffiti gesprüht. Selbst...
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Gibt es Neonazi-Opfer zweiter Klasse?

Anetta kahane

Es ist schon erstaunlich, wie anhaltend das Attentat auf Passaus Polizeichef Mannichl bundesweit für Schlagzeilen sorgt. Andere Opfer von Rechtsextremisten erhalten selten so viel Rampenlicht, im Gegenteil. In der Regel werden sie verschwiegen. Ein Kommentar von Anetta Kahane. 

Liebe Leserinnen und Leser,

uns erwartet ein neues Jahr voller Jubiläen und voller Wahlen. Beides geht meist einher mit vielem Reden. Sehr vielem Reden: Über die Weltwirtschaftskrise (von damals), den Kriegsbeginn, über das Grundgesetz und die friedliche Revolution. Es wird dieser vergangenen Ereignisse gedacht werden. Und vor den Wahlen in Kommunen, Ländern, Bund und für Europa wird geredet werden. Ob dies jeweils mit Denken oder Kommunizieren zu tun haben wird, bleibt abzuwarten. Wir wollen es jedenfalls hoffen, denn sowohl das Erinnern, der souveräne, also auch kritische Zugang zur Geschichte als auch die Möglichkeit zu wählen und die Demokratie im Alltag stehen vor großen Herausforderungen. Sie zu zerreden, anstatt sie mit Leben zu füllen, würde die Aufgaben für die Zukunft nicht einfacher machen. Sie wollen ein Beispiel? Nehmen wir mal die Neonazis. In diesen Wochen war die Aufregung groß und das zu Recht, denn in Bayern ist ein engagierter Polizist von autonomen Kameraden beinahe umgebracht worden.

Nun, es hat einen Menschen getroffen, auch wenn man derzeit den Eindruck hat, der Staat selbst wäre Gegenstand der Attacke gewesen. An dieser Stelle möchte ich Alois Mannichl ganz herzlich eine schnelle Genesung wünschen. Der Anschlag auf ihn beweist, wie sehr wir Polizisten wie ihn brauchen und wie wichtig polizeilicher Verfolgungsdruck auf Rechtsextremisten ist. Das wissen auch die Täter; insofern war der Staat tatsächlich auch ihr Ziel. Doch der Staat ist ebenso ihr Ziel, wenn Bürger, die unter seinem Schutz wohnen, angegriffen werden: Obdachlose, jugendliche Punks, Flüchtlinge oder Einwanderer mit und ohne Staatbürgerschaft. Allein in diesem Jahr sind möglicherweise sogar mehr als fünf Menschen von Rechtsextremisten ermordet worden. Dass sie keine Bedienstete jenes Systems waren, dessen Abschaffung die Nazis so dringend erzwingen wollen, hat sie nicht geschützt.

Die Frage ist nur, hätte es mehr Aufregung über ihren Tod gegeben, hätte man intensiver debattiert, wäre mehr für den Schutz ihresgleichen getan worden, wenn sie exponierte Beamte oder Politiker des Staates gewesen wären? Ist nicht der Bürger oberster Souverän, vertreten durch seine Parlamente? Und ist nicht Polizei und Staatsapparat dazu da, dem Bürger zu dienen und ihn zu schützen? Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Nicht die Tatsache, dass der Mordversuch an Alois Mannichl für Aufregung sorgt, macht mir Sorgen - es wäre furchtbar, wenn hier kein Aufschrei käme - sondern dass die anderen Opfer solch eine Aufregung nicht auslösen. Und schauen wir uns die Reaktionen doch an: diskutiert wird vor allem, ob die NPD verboten gehört, als ob dadurch auch Kriminelle und ihre autonomen Strukturen ebenfalls verschwinden würden.

Nein, das werden sie nicht. Und auch ohne Parteiverbot kann der polizeiliche Verfolgungsdruck angewandt werden, wie uns gerade in Bayern gezeigt wird. Nur sollte er nicht die Ausnahme sein für den Ausnahmefall eines betroffenen Staatsdieners. Er hat auch für Aussteiger zu gelten, die dringend Hilfe brauchen, für Punks, Obdachlose, für Flüchtlinge oder Menschen, deren Aussehen oder Herkunft den Vertretern der dreisten Idee von einer deutschen Herrenrasse nicht passt. Dieser Druck auf die Szene hat auch präventiv zu wirken, die Bürger und ihre Initiativen einzubeziehen, anstatt sie mit Vorbehalten oder Bürokratie zu gängeln oder zu behandeln, als wären sie lästige Bittsteller für ein weniger wichtiges Anliegen. In manchen Regionen ist es schon besser geworden, in anderen nicht. Aber grundsätzlich hat die Politik hier ein Problem, das nicht von ganz alleine verschwindet, wenn man nur einfach abwartet, sich auf zwei, drei kleinen Bundesprogrammen ausruht und nur zwischendurch mal - wie jetzt gerade - kurz nach Verboten schreit.

Was hat das nun mit Erinnerung zu tun und mit Gedenken? Es hat damit zu tun, weil wir uns immer wieder damit auseinandersetzen müssen, mit jeder Generation neu und ganz besonders nach der friedlichen Revolution, die, wenn man die Zahl der Opfer des wieder erstarkten Rechtsextremismus im wieder vereinigten Deutschland anschaut, gar nicht so unblutig war. Denn wir alle leben in einer Kontinuität von Geschichte und der Kultur ihrer Erinnerung, auf der wir zumindest einen Teil unserer Bewertungen von heute aufbauen. Auch wenn wir mit jedem Jahr neu anfangen können, leben wir nicht in geschichtsfreien Räumen. Deshalb lassen Sie uns im nächsten Jahr, gerade wenn es schwierig wird, weiter achtsam sein, weiter gegen Rechtsextremismus antreten und dabei nicht vergessen, sondern nachdenken, also im besten Sinne gedenken. Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre Unterstützung! Bleiben Sie dabei - gerade jetzt, denn Sie haben die Wahl.

Ihre Anetta Kahane

Aus dem Weihnachtsnewsletter der Amadeu Antonio Stiftung vom 22. Dezember 2008.

www.mut-gegen-rechte-gewalt.de


22.12.2008

Kommentare

Den Focus der Aufmerksamkeit bevorzugt auf die TäterInnen zu lenken ist in unserer Gesellschaft leider nicht auf das Thema "Rechtsextremismus" beschränkt.
Auch bei der "gewöhnlichen" Kriminalität stehen fast nur die TäterInnen im Mittelpunkt; für sie gibt es mediale Aufmerksamkeit und gegebenenfalls Resozialisierungsprogramme und Wiedereingliederungsbemühungen - die Opfer werden dagegen alleine gelassen und müssen selbst sehen, wie sie mit den seelischen und körperlichen Folgen der Tat fertig werden.

Sehr beeindruckend ... aber haben Sie nicht Behinderte vergessen ? Man sollte sein Augenmerk auch mal auf den hohen Norden richten, weil es hier immer heftiger Braun wird und niemand tut etwas. Ich komme aus Flensburg (vorher Saarland) und werde schnellstens wieder wegziehen in den Süd-West-Raum, da sich die Lage verschlechtert. Rechte auf den Straßen zu sehen, ist schon ein Alltagsbild. Dazu zählen auch rechte Punks und diese, die sich eher in der Menge verstecken ... unbemerkt. 2007 wurde ein Obdachloser von 3 Skinheads zusammengeschlagen und erlag seinen Verletzungen. Für das Gericht war dies belanglos. Auch ein CDU-Politiker bestreitet die rechte Gewalt in Schleswig Holstein. Falsch ... !!! Gerade diese Randgruppe und Behinderte werden zunehmend diskremeniert, wie alles was nicht in den Rahmen passt. Ein NPD-Verbot bringt nichts ins Reine. Dann wird halt eine neue Partei gegründet und alles ist beim Alten. Man müßte generel ein RECHTS-Verbot aussprechen und ihnen damit den Boden unter den Füßen wegziehen. RECHTS keine Chance geben. Diese Drohungen und Anschläge werden erst der Anfang sein. --- Ich werde aufmerksam Ihre Berichte weiterhin lesen ---

Beim Lesen des Textes habe ich doch etwas gestutzt. Mannichl wurde von einem -autonomen Kameraden- angegriffen? Von einem Antifaschisten? Das ist mir neu. Oder haben Sie einfach nur die distanziereden Gänsefüsschen vergessen? Denn das ist in dieser Form nicht meine Sprache.

Es ist unglaublich dass, das Schicksal von Kevin aus Pömmelte im Vergleich zu dem Anschlag auf Mannichl derart minimal fast garnicht in den Medien behandelt wird. Eine derartige rassistische Ungleichbehandlung ist ein Armutszeugnis für die gesamte deutsche Medienlandschaft. Ich habe fast nur auf speziellen Antifa Seiten darüber gelesen. Ich kann es leider nicht anders als provokativ auf den Punkt bringen: Es interessiert anscheinend kein Schwein wenn in Deutschland Kinder aufgrund ihrer Hautfarbe von Nazis derart mißhandelt werden das sie an den Folgen verrecken, man muß schon in Amt und Würden sein oder zumindest eine helle Hautfarbe haben damit....
ich bin fassungslos, ... mir fehlen die Worte.......
ich könnte denn ganzen Tag weinen...

Vater zweier afro-europäischer Kinder

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