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Debatte

  • Kommentare

    Lob und Notwendigkeit der Asymmetrie

    Schubladen machen das Leben bequemer. Die hiesigen Debatten um „den Islam“ sind geprägt von vereinfachenden Kategorisierungen. Zur nationalen Funktion der Islam-Debatten in Deutschland. Ein Kommentar.
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  • Interviews

    „Der alltägliche Rassismus ist beunruhigend“

    Vietnamesen gelten in Deutschland als vorbildliche Migrantengruppe und werden daher medial und politisch kaum beachtet. Tamara Hentschel vom Berliner Verein Reistrommel e.V. berichtet im Interview sowohl von Alltagsrassismus und gewalttätigen Übergriffen als auch von Konflikten innerhalb der...
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    Wie viel Demokratie steckt in den Kinderschuhen?

    Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig hat einen Erlass herausgegeben, der neuen Kita-Trägern auferlegt, eine Auskunft zu geben, ob sie auf Grundlage der Freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Ob das wirklich die Lösung ist kommentiert Anetta Kahane, Vorsitzende der...
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    Anti-muslimischer Rassismus

    Kritik am Islam zu üben ist populär und erscheint vielen unproblematisch. Wer jedoch diese angebliche „Islamkritik“ aus einer anti-rassistischen Perspektive näher betrachtet, wird feststellen, dass Musliminnen und Muslime nur aufgrund ihrer Religion angegriffen und abgewertet werden. Der Hass...
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    „Asozial“ – über ein Stigma

    Wer sich mit der Geschichte sowie der Entwicklung von sozialer Ausgrenzung und seinen Kontinuitäten und Brüchen bis in die heutige Zeit auseinandersetzt, wird schnell auf das Stigma „asozial“ stoßen. Dabei ist festzustellen: Die Verfolgung von sogenannten Asozialen ist zwar seit langem bekannt,...
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  • Interviews

    Rechtspopulisten in Berlin stoppen!

    Die rechtspopulistische Partei Pro Deutschland hält am Samstag, den 17. Juli 2010 ihren vierten Bundesparteitag im Schöneberger Rathaus ab. Über die Unterschiede zu anderen rechtsradikalen Parteien, über das neue Engagement der Partei in Berlin und geplante Gegenproteste sprach MUT mit Timo...
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    Toleranz fördern – Kompetenz stärken?

    Vor kurzem verkündete das Bundesfamilienministerium die Ausweitung ihrer Präventionsprogramme auf Linksextremismus und islamischen Extremismus. Jetzt wurden die ersten vier Projekte in diesem Bereich vorgestellt und die Zusammenlegung der zwei Rechtsextremismus-Präventionsprogramme 'VIELFALT TUT...
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    Fünf vor zwölf, mitten in Deutschland

    „Immer sind die Juden Schuld und die Radfahrer!“ Gegenfrage: „Wieso die Radfahrer?“ Erhellende Absurdität macht Pointen richtig gut. In den letzten Wochen musste der Chronik antisemitischer Vorfälle Einiges hinzugefügt werden. Und das ist kein Witz.
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    Mit Erfolg gegen Rechtsextremismus

    Was braucht es für ein erfolgreiches Engagement gegen Rechtsextremismus? Auf diese Frage gab Roland Roth in seinem Gutachten für die Friedrich-Ebert-Stiftung einige Antworten. In einem Kommentar nennt er Handlungsoptionen für Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.
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    Licht im Dunkeln?

    Nach Informationen von Monika Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus der Grünen, und Sven-Christian Kindler, grüner Bundestagsabgeordneter im Haushaltsausschuss, werden die Bundesprogramme fortgeführt - doch unter einem Dach mit „Modellprojekten gegen Linksextremismus“. Ein...
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Antirassismus heißt ein Leben lang Lernen

Noah Sow, Foto: Anatol Kotte

 

Noah Sow ist Schriftstellerin, Sängerin, Medienkritikerin und Vorsitzende der ersten antirassistischen deutschen Media-Watch-Organisation „der braune mob e.V.“. 2008 erschien ihr Buch „Deutschland Schwarz Weiß“, mit dem sie den Finger in die Wunde des unbewussten und alltäglichen Rassismus legt. Am 18. September 2009 erscheint das neue Album „OUT NOW!“ ihrer Band NOISEAUX. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen mit Rassismus.
 
Häufig werden Juden zu Antisemitismus- und Schwarze zu Rassismusexperten. Hätte dein sehr aufweckendes Buch auch ein Weißer schreiben können?
Noah Sow: ich denke es ist etwas anderes, ob man etwas theoretisch versucht zu verstehen wenn man lust dazu hat, oder ob man etwas analysiert womit man zwangsweise täglich konfrontiert ist. Die Perspektiven sind ganz unterschiedlich. Gehöre ich zu der Gruppe, die es nicht nötig hat, bestimmte Dinge zu bemerken, um überleben zu können, kann es gut passieren, dass mir einiges entgeht. Bücher von Weißen über Rassismus sind auch ein wertvoller Beitrag, sofern sie sich auf die Rolle weißer Menschen bei dieser Dynamik beziehen. Wenn die Mehrheitsgesellschaft sich mit ihren eigenen Handlungen, Ansichten und Traditionen auseinandersezt, ist das wichtig und spannend. Im Wissenschaftszweig „kritische Weißseinsforschung“ passiert das zum Beispiel.
 
Mit deinem Buch entlarvst du viele rassistische Einstellungen auch bei Menschen, die sich selbst als absolut antirassistisch verstehen. Welche Reaktionen hast du darauf erlebt?
Noah Sow: Meistens sehr gute. Menschen, die antirassistisch sind, sind ja froh darüber, wenn sie sich auf dem Gebiet fortbilden können. Wenn sie dann zum Beispiel durch mein Buch darauf aufmerksam werden, dass sie trotz ihrer Einstellung noch manche rassistische Überzeugungen oder Gewohnheiten haben, können sie diesen auf den Grund gehen und sie loswerden. Schwierig wird es nur, wenn einem das Aufrechterhalten eines bestimmten Selbstbildes wichtiger ist als antirassistische Aufklärung. Da wird es dann schon mal irrational.
 
Inwiefern beeinflusst Rassismus deine Arbeit als Künstlerin?
Noah Sow: Mit der Musikindustrie habe ich die Erfahrung gemacht, dass es öfter darum ging, ‚was’ ich darstellen sollte als darum wer ich eigentlich bin. Chauvinismus, Stereotypisierungen, wir können sehen, was Plattenfirmen gefällt, sobald wir mal drei Musikvideos schauen. Als Schwarze Frau bist du doppelt davon betroffen, dass du in bestimmte Schubladen zu passen hast. Durchaus auch hinter den Kulissen. Wenn du diese Schubladen auslachst oder ablehnst, stehen die Chancen gut, dass du Angst, Aggression, Mauern oder einfach nur Arbeitsverweigerung auslöst. Unter anderem deswegen bin ich meine eigene Labelchefin.
 

 

Foto: Anatol Kotte


18.09.2009

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